Nach Tempo-30-Schildern: Berliner Kissen könnten für Sicherheit am Kindergarten sorgen

mlzStraßenverkehr in Dortmund

Der Kindergarten ist an einer stark befahrenen Straße, über die ein Fuß- und Radweg führt. „Aufpflasterungen“ sollen für mehr Sicherheit sorgen. Doch einen Haken gibt es.

Schüren

, 14.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zurzeit ist Ruhe an der sonst so belebten Adelenstraße in Schüren eingekehrt. Das liegt aber nicht an den im vergangenen Jahr aufgestellten Tempo-30-Schilder im Bereich der Kita Lummerland, sondern an der Kanalbaustelle auf der Schüruferstraße. Die sorgt nämlich für eine einseitige Sperrung der Adelenstraße, die zurzeit nur von Süd nach Nord zu befahren ist, aus der anderen Richtung ist kein Weiterkommen möglich.

Baustelle auf der Schüruferstraße

Ist die Baustelle auf der Schüruferstraße beendet, geht es wieder los mit dem Verkehr in dem ausgewiesenen Tempo-30-Bereich. Und dann tritt auch das Problem wieder auf, das die Aplerbecker Grünen zum wiederholten Male bei der Stadt Dortmund angemahnt haben.

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Da ist der Kindergarten, der nur knapp 100 Meter entfernt vom Kreuzungsbereich liegt, und da sind Fußgänger und Radfahrer, die den Emscherweg in Richtung Phoenix-See und zurück nehmen – und über die Adelenstraße müssen.

„Aufpflasterungen“, die niemandem etwas bringen.

„Aufpflasterungen“, die niemandem etwas bringen. © Jörg Bauerfeld

Ein Unterfangen, das nicht ohne ist. Aber was ist zu tun? Eines, so macht die Stadtverwaltung klar, wird nicht funktionieren: eine Querungshilfe einzubauen. Diese Mittelinsel, die einen sicheren Übergang gewährleisten soll, sei schlichtweg zu groß für die Straße.

Zebrastreifen an dieser Stelle nicht möglich

Ein Zebrastreifen, den die Mitglieder der Grünen am liebsten an dieser Stelle hätten, wird es auch nicht. Bei einer Zählung kam die Verwaltung lediglich auf 16 Fußgänger in der Stunde, 50 hätten es sein müssen, um einen Zebrastreifen zu ermöglichen.

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Zwar waren es in diesem Zeitpunkt auch 36 Radfahrer, doch müssten diese in Zukunft absteigen und über einen Zebrastreifen schieben – was die Stadt nicht als realistisch ansieht. Aber was bleibt dann noch, um die Geschwindigkeit auf der Adelenstraße zu senken und die Querung sicherer zu machen?

Der Emscherradweg führt über die viel befahrene Adelenstraße. Die Aplerbecker Grünen wollen die Querung sicherer machen.

Der Emscherradweg führt über die viel befahrene Adelenstraße. Die Aplerbecker Grünen wollen die Querung sicherer machen. © Jörg Bauerfeld

In Frage käme an der Adelenstraße höchstens der Einbau von „Aufpflasterungen“, schreibt Stadtrat Arnulf Rybicki in einem Brief an die Mitglieder der Aplerbecker Bezirksvertretung.

Aber auch hier gibt es einen Haken, denn immer wieder beklagen Anwohner an Straßen, an denen derartige Einbauten vorgenommen wurden, einen Lärm durch „darüber ratternde“ Fahrzeuge.

Vorschlag der Stadt findet Zustimmung

An der Fuldastraße in Aplerbeck ging es so weit, dass die „Aufpflasterungen“, auch Berliner Kissen genannt, die eigentlich die Geschwindigkeit mindern sollten, so tief wieder abgeschliffen wurden, dass sie praktisch nutzlos sind. An der Adelenstraße besteht jedoch eine Einbaumöglichkeit dieser Kissen. Und das auch in der korrekten Höhe.

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Denn im Bereich von Grundschulen und Kitas sind diese Kissen zur Geschwindigkeitsbegrenzung erlaubt – aber nur unter dem Hinweis auf unerwünschte „Nebenwirkungen“.

Nämlich dem auftretenden Lärm. Die Grünen können mit den Aufpflasterung leben. Jetzt geht es nur noch um eine schnelle Umsetzung.

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