Sissikingkong-Neustart mit Hindernissen – nach acht Tagen kam der Lockdown

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Eine der prominentesten Gastronomien in Dortmund ist mitten in der Corona-Krise umgezogen. Wie läuft eine Wiedereröffnung in Zeiten des Gastro-Lockdowns?

Kreuzviertel

, 19.11.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über Jahre hinweg war das Sissikingkong in der Dortmunder Nordstadt eines der angesagtesten Dortmunder Restaurants und eine stilechte Bar.

Im Juli schloss der Gastro-Betrieb dann aber seine Tore an der Landwehrstraße. „Für 20 Jahre war das alles gut. Doch dann wollten wir auch mal etwas anderes machen“, sagte Besitzer Dirk Geisler damals. Es folgte der Umzug ins Kreuzviertel ins ehemalige Gemeindehaus Kreuzhof.

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Ein bisschen weniger Partys und kleinere Veranstaltungen wünschte sich Geisler. Tatsächlich ist es wesentlich ruhiger geworden. Denn bekommen hat er Fensterverkauf und einen Lockdown für die Gastronomie. Bei der Kündigung des alten Standorts „habe ich noch gehofft, dass es keinen zweiten Lockdown gibt“, erinnert sich der ehemalige Musiker jetzt.

Doch der zweite Lockdown kam. Der Umzug davor in die neue Location habe allerdings noch „super geklappt und die ersten Tage waren wir auch immer komplett voll“. Teilweise sei es schon schwierig gewesen, so vielen Kunden zu sagen, dass es keinen Tisch mehr gibt.

Der neue Standort des Sissikingkong im ehemaligen Kreuzhof im Kreuzviertel: Die ersten Tage nach Eröffnung seien „super“ gewesen, sagt der Inhaber. Doch dann kam der zweite Lockdown.

Der neue Standort des Sissikingkong im ehemaligen Kreuzhof im Kreuzviertel: Die ersten Tage nach Eröffnung seien „super“ gewesen, sagt der Inhaber. Doch dann kam der zweite Lockdown. © Björn Althoff

Acht Tage lang volles Haus - dann der Lockdown

Auch die Resonanz der ersten Gäste nach Neueröffnung sei hervorragend gewesen: „Die fanden das alle super, auch schon, dass wir es geschafft haben, das [Sissikingkong Anm. d. R.] hier hoch zu bringen.“

Viele Stammkunden seien schon lange aus dem Kreuzviertel gekommen, die wären jetzt auch deswegen froh, weil der Heimweg abends kürzer sei.

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Allerdings war in der Woche der Wiedereröffnung am 23. Oktober schon bekannt, dass wenig später die Gastronomien dicht machen mussten. Vielleicht, so Geisler, seien auch deswegen so viele Gäste gekommen, „um nochmal raus zu kommen“.

So durften acht Tage nach der Neueröffnung keine Gäste mehr in den Laden, Teile des Teams mussten in Kurzarbeit und Geisler selbst muss sich mit bürokratischen Fragen beschäftigen.

Bürokratisches Krisenmanagement

Es sei nämlich noch nicht geklärt, ob von den 70 Prozent Rückerstattung, die die Bundesregierung allen Gastronomen versprochen hatte, die Einnahmen aus den Fensterverkäufen abgezogen werden müssten.

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Außerdem habe Geisler neu gegründet, was deswegen relevant ist, da sich die 70 Prozent auf das vergangene Jahr beziehen. „Also mal gucken, wie das mit der Berechnungsgrundlage ist“, meint er. Große Sorgen würde er sich allerdings nicht machen.

Stattdessen überwiegt die Freude über „die netten Läden drumherum“ und die neue „proppere“ Location.

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