Nachbar erstochen: Urteil wird frühestens Ende Februar erwartet

Mordprozess

Im Fall des erstochenen Rentners aus Bövinghausen konnte der Angeklagte endlich von einem psychiatrischen Gutachter untersucht werden. Das Urteil wird dennoch erst Ende Februar gesprochen.

Dortmund

, 21.01.2019, 14:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte beim Prozessauftakt neben seiner Verteidigerin Ina Klimpke.

Der Angeklagte beim Prozessauftakt neben seiner Verteidigerin Ina Klimpke. © Jörn Hartwich

Zuletzt hatte die ärztliche Untersuchung verschoben werden müssen, weil der 40-Jährige unter starken Zahnschmerzen litt und dagegen viele Medikamente eingenommen hatte. Nach Angaben des Angeklagten war ihm ein Zahnarzttermin in der Untersuchungshaft über mehrere Tage verwehrt worden.

Dem Angeklagten droht Sicherungsverwahrung

Das psychiatrische Gutachten hat für alle Prozessbeteiligten entscheidende Bedeutung. Denn dem Angeklagten droht neben einer Haftstrafe wegen Mordes auch die anschließende unbefristete Unterbringung in der Sicherungsverwahrung. Er ist bereits wegen Gewalttaten vorbestraft und könnte von den Richtern nun als Hangtäter eingestuft werden.

Der Dortmunder beteuert dagegen, dass er die tödlichen Messerstiche auf seinen 66-jährigen Nachbarn in Notwehr gesetzt habe. Der Rentner habe ihn bei einem Besuch urplötzlich attackiert. Es habe ein Gerangel gegeben, in dessen Verlauf er das Messer zu fassen bekommen habe, hieß es in einer von Verteidigerin Ina Klimpke verlesenen Erklärung.

Staatsanwalt: Angeklagter wollte Auto des Nachbarn rauben

Staatsanwalt Henner Kruse geht jedoch vielmehr davon aus, dass der 40-Jährige den Nachbarn tötete, um an dessen Auto zu gelangen. Tatsächlich war er nach der tödlichen Attacke im Fahrzeug des Rentners festgenommen worden.

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Psychiater Bernd Roggenwallner soll nach dem aktuellen Zeitplan sein Gutachten am 1. Februar erstatten. Die Plädoyers und die anschließende Urteilsverkündung sind für den 22. Februar vorgesehen.

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