Es steht fest, wer Nachtbeauftragter in Dortmund wird und damit Clubszene und Stadtverwaltung vernet © Nils Foltynowciz (Archivbild)
Nachtleben

Nachtbeauftragter für Dortmund: Der Name steht fest

Wer wird Dortmunds erster Nachtbeauftragter? Diese Frage ist jetzt beantwortet. Der Name des ersten Koordinators für das Ausgeh- und Partyleben ist bekannt – nicht nur in Dortmund.

Oberbürgermeister Thomas Westphal hat diese Personalie am Dienstag (24.8.) nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands bekanntgegeben.

Der Dortmunder DJ und Partyveranstalter Christoph Stemann (50) wird Nachtbeauftragter der Stadt Dortmund.

Mit Stemann hat ein bekannter Name aus dem Dortmunder Partygeschehen der vergangenen 20 Jahre den Zuschlag erhalten.

Er hat sich als DJ unter dem Namen Firestarter seit den späten 90er-Jahren einen Namen gemacht. Das Dortmunder Nachtleben prägte er unter anderem durch eine Partyreihe im FZW.

Christoph „Chris“ Stemann, hat sich als DJ Firestarter und einer gleichnamigen Event-Agentur einen Namen gemacht. © Volker Rost © Volker Rost

Er trat weltweit bei großen Events wie den Olympischen Spielen von Peking auf und hatte regelmäßige Engagements in Japan.

Erfahrung durch zahlreiche Partyformate in über 20 Jahren

Stemann hat zahlreiche Partyformate in vielen verschieden Locations in Dortmund entwickelt, darunter Live Station, Domicil, Daddy Blatzheim oder das Partyboot Santa Monika.

Der Nachtbeauftragte soll Ansprechpartner für die Clubszene sein. In seine Zuständigkeit fällt aber auch der Kontakt mit Anwohnern.

Oberbürgermeister: „Er hat eine große Aufgabe vor sich.“

Er hat eine große Aufgabe vor sich“, sagte Oberbürgermeister Thomas Westphal, der ankündigte, persönlich „in direkter Linie“ mit der neuen Stelle kommunizieren zu werden.

Es gehe zunächst darum, die Folgen der Pandemie für das Dortmunder Nachtleben zu bewältigen. „Darüber hinaus sollen die vorhandenen Angebote der Club- und Veranstaltungsszene gestärkt, neue Formate geschaffen und die Attraktivität Dortmunds als Ausgehstadt erhöht werden.“

„Ich glaube an Werte wie Community, Nachbarschaft, Miteinander, an Haltung, Verlässlichkeit und Offenheit. Ich freue mich unglaublich auf die neue Aufgabe in meiner Heimatstadt“, sagte Stemann bei seiner Vorstellung.

Die erste Aufgabe ist zuhören

Die Position, die in anderen Städten auch den Titel Nachtbürgermeister trägt, war im Februar 2021 von der Wirtschaftsförderung ausgeschrieben worden. Eine solche Rolle war schon seit Jahren immer wieder aus der Clubszene gefordert worden.

Nach der Kommunalwahl 2020 nahm das Thema auf politischem Wege Gestalt an.

Chris Stemann arbeitet bereits seit Anfang August Teil der Stadtverwaltung. In den zurückliegenden Wochen habe er bereits mehrere Nächte an Orten verbracht, an denen urbanes Leben in Dortmund herrscht, etwa am U-Turm.

Seine erste Erkenntnis aus Gesprächen mit Clubbetreibern und jungen Menschen: „Dass da jemand ist und zuhört, ist im Moment schon sehr viel wert.“ Seine Begründung für diesen Eindruck ist bemerkenswert.

„Ich küsse dein Herz, Bro“

„Nicht jeder war sofort begeistert, von jemandem von der Stadt Dortmund angesprochen zu werden. Aber ich habe häufig den Satz gehört: Ich küsse dein Herz, Bro. Das ist in jedem Fall eine gut gemeinte Verabschiedung“, erzählte Stemann am Dienstag.

Er sieht alle Akteure „gemeinsam auf einem guten Weg“ und versucht überhaupt die neue Aufgabe mit großer Zuversicht anzugehen. Mit Programmen wie dem Clubfonds und der neuen Stelle sei der Rahmen geschafften, „damit wir Corona auch als Chance sehen können.“

Den neuen Nachtbeauftragten erwarten konkrete Debatten. Etwa die darüber, welchen Raum junge Menschen im nächtlichen Stadtbild einnehmen und wie daraus ein Miteinander werden kann.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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