Nachverdichtung in Hombruch: „Schauen uns bald auf die Teller“

mlzHarkortstraße

Diese Geschichte fängt vor zwei Jahren an. Es ist die Geschichte des Bauvorhabens an der Harkortstraße. Nachverdichtung ist das Stichwort, das seitdem die Anlieger wütend macht.

Hombruch

, 16.04.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt braucht Wohnungen, keine Frage. „Nachverdichtung“ heißt das Zauberwort, wenn große Freiflächen fehlen. So auch in Hombruch, wo nun auf der früheren Grünfläche zwischen Harkortstraße, Egerstraße, Aussigring und Karlsbader Straße Wohnungen enstehen. Das Unternehmen Vonovia baut an dieser Stelle 33 neue Wohnungen im Stadtteil.

Das große Bauschild an der Harkortstraße.

Das große Bauschild an der Harkortstraße. © Britta Linnhoff

Ärger gibt es seit die Pläne bekannt wurden. Das ist rund zwei Jahre her. Im Juni vergangenen Jahres dann die Grundsteinlegung für das Projekt. Nach all‘ den öffentlichen Diskussionen im Vorfeld war das eher ein Ereignis im Stillen. Aber der Frust über das genehmigte Bauprojekt ist bei manchen unverändert groß. Inzwischen ist der Gebäudekomplex mit seinen 33 Wohnungen in die Höhe gewachsen.

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Renate Thomsen wohnt in der Karlsbader Straße – seit mehr als 30 Jahren. Als sie hier einzog, da waren das noch Wohnungen der Veba-Wohnstätten. Aus ihrem Frust macht sie keinen Hehl: „Früher war’s schön hier“, sagt sie. Nachbarin Astrid Grüneberg sieht es genauso: „Ich habe für viele Dinge Verständnis, aber für das hier nicht.“

Rechts die modernisierten Albauten mit den Balkonen, auf der linken Seite der Neubaukomplex.

Rechts die modernisierten Albauten mit den Balkonen, auf der linken Seite der Neubaukomplex. © Britta Linnhoff

Klar würden Wohnungen gebraucht, aber sie findet dieses Projekt schlicht eine Nummer zu groß. Der Neubau mit seinen vier Etagen werfe große Schatten. „In der Küche“, so sagt Grüneberg, „brennt jetzt den ganzen Tag über Licht, weil das Tageslicht fehlt“.

Sie wohne seit drei Jahren hier, erzählt sie. Als sie kam, war alles noch grüne Wiese vor der Tür. Man habe ihr damals erzählt, sie könne hier einen Garten anlegen. „Falsche Versprechungen“ nennt sie das heute. „Ein halbes Jahr später kam dann raus, dass hier gebaut wird“, erinnert sich die 53-Jährige.

Zwischen Dustmann und Neubau „eingeklemmt“

Die Balkone der beiden Frauen grenzen an den Neubau. Auch der hat Balkone. Man gucke sich also demnächst auf den Teller, sagen sie. Und eine kleine Straße werde es hier geben.

Auf der anderen Seite der Karlsbader Straße, vorne, wo der Eingang zum Haus ist, ist in den vergangenen Jahren das neue Dustmann-Kaufhaus entstanden, größer als das vorherige Gebäude. Die beiden Frauen fühlen sich „eingeklemmt“.

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Und manchmal, so sagen sie, hätten sie ihre Zweifel, ob die vorgeschriebenen Maße auch eingehalten werden, sowohl was die Höhe des Gebäudes, als auch den Abstand angeht.

Wohnungen kommen im September auf den Markt

Der Neubau soll im September 2020 fertig sein. 5 Millionen Euro investiert Vonovia in das Projekt. Es gibt 33 Wohnungen, davon sind 9 öffentlich gefördert. Vonovia besitzt allein in Dortmund-Hombruch 900 Wohnungen.

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