Amir Younes Gdamsi (15) startet als jüngster Jung-Unternehmer Deutschlands mit AGM-Marketing durch. © Irina Höfken
Jüngster Unternehmer Deutschlands (15)

„Natürlich gibt es Skeptiker, die sagen: Was will mir das Kind erzählen?“

In kurzer Zeit hat Amir Younes Gdamsi viel erreicht. Der 15-jährige Schüler aus Dortmund hat ein eigenes Unternehmen gegründet. Damit startet der „jüngste Jung-Unternehmer Deutschlands“ durch.

In dunkelblauem Hemd und Anzughose steigt Amir Younes Gdamsi aus dem Fahrstuhl des Ellipson in der Dortmunder City. Der Jung-Unternehmer hat seit knapp zwei Wochen dort ein Büro im 13-ten Stock. An den Schreibtischstühlen im Büro hängen sogar noch die Preisschilder – so neu ist alles. Vor nur sieben Monaten hat er sein eigenes Unternehmen gegründet. Das Besondere daran? Er ist erst 15 Jahre alt. Das Magazin Wirtschaftswoche bezeichnete ihn unlängst als „jüngsten Jungunternehmer Deutschlands“.

Online-Marketing: Amir ist Experte für Social-Media-Kampagnen

„Von acht bis 15 Uhr bin ich Schüler, danach ein Unternehmer“, sagt Amir Younes Gdamsi selbstbewusst. Dieser Spagat scheint ihm gut zu gelingen. Anfang Mai 2020 meldete der Sohn einer Polin und eines Libyers sein eigenes Gewerbe an. Der Name: AGM-Marketing. AGM steht dabei für „Attention Generation Media“ – und damit startet er senkrecht durch die Decke. Er selbst könne es kaum fassen, was er alles in den letzten sieben Monate erreicht habe.

Das neue Büro von Amir liegt im Ellipson in der Dortmunder City im 13. Stock.
Das neue Büro von Amir liegt im Ellipson in der Dortmunder City im 13. Stock. © Irina Höfken © Irina Höfken

Spezialisiert hat sich der 15-Jährige aus Asseln auf Online-Marketing, sein Fachgebiet ist Instagram. Seinen Kunden hilft er, eine Philosophie zu entwickeln und Neukunden, Mitarbeiter und Reichweite über Social Media zu generieren. „Unternehmen müssen digital auffindbar sein, unabhängig von ihren Öffnungszeiten“, sagt er.

Nach eigenen Angaben gehört Amir zu den führenden Experten in Deutschland. Sein Wissen baue er stetig aus, mache Online-Kurse und erwerbe Zertifikate. Mit einer Partnerfirma habe er sein Angebotsspektrum noch um Image- und Produktfilme erweitert.

15-Jähriger wird zum Medienprofi: „Konstanz schlägt Brillanz“

Mittlerweile ist Amir Younes Gdamsi ein richtiger Medienprofi. Mit seinem Interview für unsere Redaktion im Mai habe alles angefangen, sagt er. Seitdem seien regionale und überregionale Wirtschaftsmagazine und das Fernsehen auf den Jung-Unternehmer aufmerksam geworden. Nicht nur seine Kunden, sondern auch sich und sein eigenes Unternehmen weiß Amir offenbar zu vermarkten.

Amir Younes Gdamsi sitzt im Mai 2020 im Café Puderrosa in Asseln, das seiner Mutter Marta gehört und das er durch Online-Marketing bekannt machte.
Amir Younes Gdamsi sitzt im Mai 2020 im Café Puderrosa in Asseln, das seiner Mutter Marta gehört und das er durch Online-Marketing bekannt machte. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Dass zurzeit Ferien sind, genießt der Jung-Unternehmer. Trotzdem gönnt sich Amir keine Auszeit: „Konstanz schlägt Brillanz“, sagt er. Jeden Tag arbeitet er an seinen Zielen. Momentan sitze er von 8 bis 20 Uhr im Büro, überprüft die Kampagnenergebnisse, erstellt Postings und Websites für seine Kunden, kümmert sich um den Vertrieb und schaut, was die Konkurrenz macht. Auf lange Sicht soll sich die Arbeitsbelastung aber entzerren.

Amir Younes Gdamsi: Das Alter ist nur eine Zahl

Für Anfang 2021 sucht Amir einen Mitarbeiter für den Vertrieb und einen Social-Media-Experten aus dem Raum Dortmund, die ihn unterstützen. Der 15-Jährige hat dabei genaue Vorstellungen, was seine Mitarbeiter abliefern müssen: „Vertriebler müssen eiskalt im Verkauf sein und Social-Media-Experten müssen Erfahrung mitbringen.“ Bewerbungsgespräche habe er schon geführt, die richtigen Kandidaten seien aber noch nicht dabei gewesen.

Dass die meisten Bewerber älter seien als er, mache ihm nichts aus. Das Alter sei nur eine Zahl, sagt Amir und lacht dabei. Genau das müsse er oft unter Beweis stellen: „Natürlich gibt es Skeptiker, die sagen: Was will mir das Kind erzählen?“ Dann ist der Jung-Unternehmer erst recht vom Ehrgeiz gepackt, zu zeigen, was er alles drauf hat.

Die Schule frühzeitig zu beenden, kommt für Amir nicht in Frage. Immerhin habe er jetzt bewiesen, dass beides geht: Schule und Unternehmen. Das wolle er bis zum Abitur durchziehen und danach sogar noch ein Wirtschaftsstudium dranhängen. Die Schulausbildung sei für seine berufliche Zukunft das Fundament, auf das er seine berufliche Karriere baue, unterstreicht er.

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken

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