Demo-Geschehen in der Nordstadt: Hier marschieren Neonazis und hier gibt es Gegenprotest

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Erneut zieht eine Nazi-Demo am Montag durch die Nordstadt. Es sind mehrere Gegenprotest-Aktionen angekündigt. Jetzt gibt es Details zur Route der Rechtstextremen.

von Felix Guth, Joshua Schmitz

Nordstadt

, 21.10.2019, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Montag (21.10.) 13 Uhr:

Die Polizei Dortmund informiert am Montagmittag über Details zum Demo-Geschehen. Die Strecke der Demo von Rechtsextremisten habe „verkürzt“ werden können. „Die Strecke führt nicht zu und nicht vorbei an solchen Orten, an denen Mahnmale und Gedenkstätten an die Opfer nationalsozialistischer und rechtsextremer Gewalt erinnern“, heißt es in einer Pressemitteilung. Solche Gedenkstätten gibt es unter anderem an der Steinstraße und an der Münsterstraße.

Anwohner und Autofahrer müssen laut Polizei in folgenden Straßen mit Beeinträchtigungen rechnen: Steinstraße/Ecke Grüne Straße, Kurfürstenstraße, Uhlandstraße, Mallinckrodtstraße, Schillerstraße und die Schützenstraße. Die Straßen werden zwischen 19.30 und 22 Uhr jeweils kurzfristig gesperrt.

Die Polizei berichtet außerdem vom Ausgang eines Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen über die ausgerufene Parole „Nie wieder Israel“. Das Verwaltungsgericht widerspricht Auffassung der Polizei Dortmund, die den Ausspruch wegen seines „antisemitischen und einschüchternden Charakters“ verbieten möchte.

„Dagegen hat die Dortmunder Polizei beim Oberverwaltungsgericht Münster Beschwerde eingelegt“, so die Polizei-Pressestelle. Das OVG Münster entscheidet im Laufe des Montags.

Ursprünglicher Text

Dortmunder Rechtsextreme hatten Ende September regelmäßige Demonstrationen durch die Nordstadt angekündigt. In der vergangenen Woche änderten sie ihre Route, es gab eine Kundgebung vor der JVA Dortmund. Knapp 2000 Menschen versammelten sich zum Gegenprotest.

Am Montag (21.10.) wird eine Nazi-Demo wieder durch Straßen in der Nordstadt führen. Sie soll um 19.30 Uhr am Arbeitsamt am Nordausgang des Hauptbahnhofs beginnen.

Gegendemonstration soll am Mehmet-Kubasik-Platz starten

Dortmunder Antifa-Gruppen im Bündnis „Blockado“ haben eine Gegendemonstration angekündigt. Sie rufen mit Flyern in fünf verschiedenen Sprachen Nordstadt-Bewohner dazu auf, daran teilzunehmen. Die Gegendemo beginnt um 18 Uhr auf dem Mehmet-Kubasik-Platz an der Münsterstraße/Mallinckrodtstraße.

Seit Freitag (18.10.) werden die Zettel mit dem Aufruf in der Nordstadt verteilt. Zusammen soll ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt werden. Das steht auf dem Flyer in Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch und Arabisch:

„Wir laden euch ein gemeinsam mit uns ein Zeichen gegen Rassismus in der Nordstadt zu setzen. Auch diesen Montag, den 21.10., wollen wieder Rassisten durch die Nordstadt marschieren. Gemeinsam wollen wir daran erinnern, dass Rassismus tötet und keinen Platz auf unseren Straßen haben soll. Lasst uns gemeinsam der Opfer rassistischer und antisemitischer Gewalt gedenken und zeigen, dass wir Neonazis keinen Raum für Hetze und Gewalt lassen. Gegen Rassismus und Antisemitismus, hier und überall!“

Mahnwache und Demo gegen rechtes Bekleidungsgeschäft

Um 19.15 Uhr hält der Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus mit Unterstützung des Bündnisses „Seebrücke Dortmund“ und des Verbands VVN/BdA eine Mahnwache vor dem NSU-Mahnmal vor der Auslandsgesellschaft an der Steinstraße ab.

Darüber hinaus wird es erneut eine Demonstration vor dem Bekleidungsgeschäft „Tønsberg“ der Nazi-nahen Marke Thor Steinar am Brüderweg geben (18 Uhr). Bei Twitter wird eine größere Demo gegen „Tønsberg“ für den 2. November angekündigt.

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Sowohl der Aufmarsch der Rechtsextremen als auch die Gegendemonstrationen sollen der Polizei bereits bekannt sein. Noch ist nicht abzuschätzen, wie viele Menschen zu den Demonstrationen erscheinen werden.

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