Nazi-Schmierereien werden konsequent angezeigt

01.03.2009, 17:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eving "Gesicht zeigen gegen Rechts" heißt die Bürgerinitiative in Eving, die vor 12 Jahren gegründet wurde. Seitdem geht die kleine Schar der Aktiven mit wachen Augen durch den Stadtbezirk.

Eine von ihnen ist Magdalene Strugholz. Ihr ist aufgefallen, dass die Nazi-Schmierereien in Eving in letzter Zeit zunehmen. Vor wenigen Tagen entdeckte sie eine neue mit dem Titel "Nationale Front Eving", darunter ein Hakenkreuz. Der Weg der engagierten Evingerin führt in solchen Fällen schnurstracks zur Polizei.

Keine Bürgerwehr

"Wichtig ist, dass nicht nur wegen Sachbeschädigung, sondern wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt wird", sagt sie und ergänzt: "Wir sind keine Bürgerwehr, sondern wir wollen rechte Tendenzen im Keim ersticken." Engagierte Bürger könnten sich auch ans Ordnungsamt wenden, damit solche Schmierereien schnell entfernt würden.

Einige Mitglieder der Bürgerinitiative sind auch im Stadtbezirksmarketing aktiv. "Im Rahmen der Aktion 'Wege im Stadtbezirk' wird als neuestes Projekt ein Mahngang durch Eving vorbereitet. Da sind wir dabei", sagt Strugholz.

"Weiße Rose"

"Wir sind eine kleine Gemeinschaft von Bürgern, die sich für ein friedliches Miteinander unterschiedlicher Kulturen im Stadtbezirk Eving einsetzt", bringt es Magdalene Strugholz auf den Punkt. Das beweist die lange Liste der Aktivitäten, die bereits hinter ihrer Gruppe liegen: Von Info- und Büchertischen für Kinder und Jugendliche zum Thema Gewalt und Diskriminierung über die Ausstellung "Weiße Rose" im Jahr 2006, die die BI mitveranstaltet hat, bis hin zur Aktion Stolpersteine.

Und damit nicht genug. Ein neues Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Es hat sich ein Gesprächskreis gegründet mit Frauen aus der Selimiye-Moschee an der Hessischen Straße. fro

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