Nebenjobs brechen weg: Dortmunder Studierende setzen Studium aus

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Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bekommen auch Dortmunder Studierende zu spüren. Weil Nebenjobs weggebrochen sind, haben sie Probleme, ihre Ausbildung zu finanzieren.

Dortmund

, 30.10.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schließung von Dortmunder Restaurants und Kneipen wegen der verschärften Infektionslage in der Stadt trifft nicht nur Gastronomen hart. Sie hat auch drastische Auswirkungen auf den Dortmunder Arbeitsmarkt.

Im Vergleich zu den Vorjahreszahlen werden weitaus weniger Arbeitsstellen im Gastro-Bereich im Jobportal der Arbeitsagentur angeboten, wie Sibylle Hünnemeyer, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Dortmund, auf Anfrage unserer Redaktion sagt.

So wies die Statistik der Arbeitsagentur für den Monat September 2019 insgesamt 278 Stellenangebote im Dortmunder Gastgewerbe aus. Für den September 2020 waren es hingegen nur noch 96 ausgeschriebene, versicherungspflichtige Stellen.

Viele Studierende haben Nebenjobs in der Gastronomie, sind darauf angewiesen, um sich zu finanzieren. Das könnte sich angesichts der Entwicklung des Sektors momentan als schwierig erweisen, sagt Sibylle Hünnemeyer.

Urlaubssemester mussten beantragt werden

Was für die Gastro-Branche gilt, lässt sich nach Angaben von Mira Kossakowski, Sprecherin des AStA der TU Dortmund, auch für weitere Studi-Jobs sagen: Die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen drücken merklich auf die Geldbörsen der Dortmunder Studierenden.

„Konkrete Fälle, bei denen Studierende ihr Studium abbrechen mussten, liegen uns nicht vor. Dazu muss natürlich gesagt werden, dass wir nicht über jeden einzelnen Fall Auskunft haben und es sicherlich einige gab, die mindestens ein Urlaubssemester beantragen mussten“, sagt Mira Kossakowski.

Aktuell gehe man davon aus, dass die Zahl der Urlaubssemester erhöht gewesen ist, da viele Studierende den Semesterbeitrag nicht zahlen konnten.

Endgültige Zahlen stehen noch aus

Auch innerhalb des AStA gab es laut Kossakowski einige Studierende, die ihr Studium im vergangenen Semester aufgrund von Corona nicht im vollen Umfang absolvieren konnten, da dauerhaft Nebenjobs weggebrochen seien.

Die finanziellen Förderungen des Bundes, auf die Studierende in Notlagen zurückgreifen können, seien derzeit völlig unzureichend. „Neben BAföG gibt es die Möglichkeit, einen Studienkredit zu beantragen, der natürlich vollständig zurückgezahlt werden muss“, erklärt Mira Kossakowski.

Einige Studierende könnten auch auf Stipendien zurückgreifen, jedoch wäre die Vergabe dieser immer zeitlich beschränkt und keine Lösung für eine akute Notsituation wie im Moment.

Überbrückungskredite werden genutzt

„Der AStA verfügt über einen Hilfsfond, aus dem Studierende bis zu 1500€ Überbrückungskredit beantragen können. Dieses Angebot wird auch angenommen“, erklärt Kossakowski.

Ferner gebe es unterschiedliche Beratungsangebote des AStA, an die sich Studierende bei studienbezogenen, aber auch persönlichen Problemen wenden können.

Sibylle Hünnemeyer von der Arbeitsagentur empfiehlt außerdem, dass Studierende nochmals ihren Anspruch auf BAföG prüfen lassen sollten: „Sollte in der Vergangenheit ein negativer Bescheid erteilt worden sein, so stehen derzeit die Chancen gut, dass über einen erneuten Antrag positiv entschieden werden könnte“.

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