Beim Streaming-Anbieter Netflix gibt es Pläne, den Roman einer Dortmunderin zu verfilmen. (Symbolbild) © dpa
Buchverfilmung

Netflix plant Roman von Dortmunder Autorin zu verfilmen

Der neueste Roman einer Dortmunder Krimi-Autorin soll vom Streaming-Anbieter Netflix verfilmt werden. Nicht zum ersten Mal gibt es Pläne mit Hollywood-Besetzung zu einem ihrer Werke.

Michaela Marwichs Erfahrungen mit der Filmbranche sind so vielfältig, wie ihre schriftstellerische Tätigkeit selbst. Das Repertoire der Autorin, die seit 1991 in Dortmund lebt und arbeitet, reicht von Weiblichkeits-Ratgebern über Gesundheitsratgeber bis hin zu Krimis. In unterschiedlichen Verlagen hat sie damit schon Auflagen von über 100.00 Exemplaren pro Buch erreicht.

Neben den Büchern unter ihrem Reinnamen veröffentlicht die 58-Jährige auch unter dem Pseudonym Valeria Réon. Auf diese Art war auch ihre Autobiografie „Blumen für ein Chamäleon“ im Jahr 2012 im Männerschwarm Verlag erschienen.

Auf 240 Seiten beschreibt die Autorin dort ihre schwierige Kindheit und den Versuch, im Leben auf kreative Weise Fuß zu fassen, wenn man mit einem zur damaligen Zeit noch großen Problem konfrontiert war – und dieses Problem war der eigene Körper.

Marwich, die mit männlichen Geschlechtsmerkmalen geboren wurde, allerdings seit vielen Jahrzehnten als Frau lebt, hatte in ihrer persönlichen Laufbahn nicht selten mit Anfeindungen zu tun.

Die Dortmunder Autorin Michaela Marwich (58) hat in kürzester Zeit ihren neusten Krimi geschrieben. Dieser soll nun vom Streaminganbieter Netflix verfilmt werden.
Die Dortmunder Autorin Michaela Marwich (58) hat in kürzester Zeit ihren neusten Krimi geschrieben. Dieser soll nun vom Streaminganbieter Netflix verfilmt werden. © telegonos-publishing © telegonos-publishing

„Ich muss sagen, dass sich mittlerweile das Bild von transsexuellen Menschen durch die mediale Vermittlung zum positiven verändert hat“, sagt Marwich. Trotzdem erlebe sie noch immer an vielen Stellen Engstirnigkeit.

Katja Riemann und Udo Kier sollten Hauptrollen spielen

Im Jahr 2012, kurz nach Erscheinen der Autobiografie, wurde der Filmregisseur Jakob M. Erwa auf das Buch aufmerksam, kaufte kurzerhand die Optionsrechte und verfasste ein Drehbuch. Auch die Besetzung wurde kurz darauf bekannt gegeben, darunter hochkarätige Namen wie Katja Riemann und der international bekannte Udo Kier.

Was seither geschah, war dann allerdings nicht mehr besonders viel. „Anfangs wurde das Projekt in den höchsten Tönen gelobt, und alle Beteiligten waren so euphorisch“, berichtet Marwich. Je mehr Zeit verging, umso stiller sei es aber um das Projekt geworden, und auch der Einblick in die filmische Arbeit sei der Autorin zunehmend verwehrt worden.

Demnach stehe das Projekt zwar seit nunmehr acht Jahren auf der Liste des Regisseurs, ebenso wie der vielversprechende Cast, allerdings habe bis zum heutigen Tag noch kein Drehtag stattgefunden.

Bessere Erfahrungen habe die Autorin hingegen mit ihrem aktuellen Buchprojekt gemacht. „Der Bibelkiller“ erzählt die Geschichte eines Ritualmörders, der sich in den Niederlanden der siebziger Jahre herumtreibt und einen Kommissar sowie eine Kunsthistorikerin auf Zack hält. Auch hier wird, so viel sei vorab verraten, das Thema der Intersexualität eine Rolle spielen.

Netflix-Spielfilm an Originalschauplätzen in den Niederlanden

Auf das Buch, das am Freitag (4. Dezember) im telegonos-publishing Verlag erscheinen soll, wurde erneut ein Regisseur aufmerksam. Nicolai Tegeler, der bekannt ist aus diversen Netflix-Produktionen, arbeite laut Marwich bereits an einer ersten Drehbuchfassung für den Roman sowie an der Zusammenstellung des Cast für die Verfilmung.

Die Geschichte solle dann, wenn diesmal alles klappt, voraussichtlich im nächsten Jahr an Originalschauplätzen in den Niederlanden abgedreht werden, und anschließend auf der Internetplattform Netflix als Spielfilm erscheinen.

„Ich hoffe bezüglich dieses neuen Projektes natürlich sehr, dass alles glatt läuft, und die Verfilmung von meinem „Bibelkiller“ sogar noch vor der so angepriesenen Verfilmung meiner Autobiografie erscheinen wird“, sagt Marwich. Und nach allem, was sie derzeit mitbekomme, sei diese Aussicht vielversprechend.

Marwich hatte mit dem Schreiben an ihrem neuen Roman in ihrer Dortmunder Wohnung erst im März begonnen. In Vor-Corona-Zeiten habe sie an einem Roman, dem sie nach eigenen Angaben immer eine lange Recherche vorausschickt, deutlich länger gearbeitet.

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