Neue Ampel für die B1 in Dortmund - Die Entscheidung ist gefallen

mlzVerkehrsplanung

Gibt es weniger oder sogar neue Ampeln auf der Bundesstraße 1 in Dortmund? Das ist die spannende Frage zum geplanten Umbau der Stadtbahn-Haltestellen. Die Politik hat jetzt entschieden.

Dortmund

, 19.06.2020, 09:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass der barrierefreie Umbau des Stadtbahnstationen an der Bundesstraße 1 nötig ist, ist unstrittig. Zwei Streitpunkte gibt es aber bei den seit Jahren vorangetriebenen Plänen der Verwaltung: der Erhalt der B1-Allee und die Frage, ob die B1 langfristig ampelfrei wird. Dazu hat der Rat am Donnerstag (18.6.) wegweisende Entscheidungen getroffen.

Weniger Bäume müssen gefällt werden

Die gute Nachricht: Mit Hilfe von Gutachten wurde die Planung für Um- und Ausbau der Stadtbahnstationen so verfeinert, dass wohl nur noch 27 Bäume gefällt werden müssen. Ursprünglich war von bis zu 78 Bäumen die Rede.

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Dazu beigetragen hat auch ein ausgiebiger Dialog-Prozess mit Anwohner-Initiativen, die sich für den Erhalt der B1-Allee stark machen.

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Auch ein weiterer Wunsch der Initiativen aus diesem Dialog-Verfahren könnte in Erfüllung gehen. Denn viele Anwohner hatten sich dafür ausgesprochen, ebenerdige Zugänge zu den Stadtbahn-Stationen zu schaffen. Auf aufwendige Brücken mit Rampen und Aufzügen könnte dann verzichtet werden.

Das Problem: Diese Lösung steht im Widerspruch zur bisherigen politischen Leitlinie, die B1 ampelfrei zu machen. Denn ebenerdig lassen sich die Haltestellen inmitten der vielbefahrenen B1 natürlich nur über Ampel-Überwege zu erreichen.

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Die Verwaltung folgt jetzt dem Wunsch der Anwohner und schlägt zusätzlich zu den schon bestehenden Ampel-Übergängen an der Semerteichstraße und Lübkestraße sogar eine neue Ampel an der Station Max-Eyth-Straße vor. Ein Verkehrsgutachten sei zu dem Schluss gekommen, dass die Belastung für den Verlehrsfluss auf der B1 verkraftbar sei. Der Rat beschloss den Plan gegen die Stimmen der meisten CDU-Abgeordneten und der AfD.

Anbindung für neues Wohnquartier

Zugleich könnte die neue Ampelkreuzung auch wichtig sein für die Anbindung eines geplanten neuen Wohnquartiers an der Max-Eyth-Straße. Auch dafür brachte der Rat am Donnerstag das Bebauungsplan-Verfahren voran.

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Kritik an den Ampel-Plänen übte CDU-Planungssprecher Uwe Waßmann. „Es geht auch um 80.000 bis 100.000 Fahrzeuge, die Tag für Tag über diese Strecke fahren“, sagte er. „Wir wollen keine zusätzliche Ampel auf der B1.“ Es sei blauäugig zu glauben, dass eine neue Ampel den Stau nicht verlängere. Deshalb halte man die Entscheidung für fatal.

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SPD-Sprecher Hendrik Berndsen verwies dagegen auf die Empfehlung des Verkehrsgutachters, der eine neue Ampel für verkraftbar hält. Sämtliche Ampeln auf der Strecke sollen aber intelligent geschaltet werden. „Wir fühlen uns durch das Gutachten bestätigt“, stellte Grünen-Ratsherr Matthias Dudde zufrieden fest.

Und auch FDP-Ratsherr Heinz Dingerdissen begrüßte die politische Kehrtwende in Sachen B1-Verkehr. „Wir haben eine gewandelte Perspektive für die Gestaltung der B1“, stellte er fest.

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