Neue Inszenierung der Operette „Das weiße Rössl am Wolfgangsee“ überrascht gleich mehrfach

mlzTheater Dortmund

„Das weiße Rössl am Wolfgangsee“ feiert am 18. Januar in der unbekannteren 30er-Jahre Fassung Premiere. Die Swing-Musik ist nicht das einzig Ungewöhnliche.

Dortmund

, 10.01.2020, 10:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast jeder kennt die Hits aus Ralph Benatzkys Operette „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“. Aber im Opernhaus hört das Publikum Evergreens wie „Die ganze Welt ist himmelblau“, den Titelsong oder „Es muss was Wunderbares sein“ ganz neu, nämlich im Originalklang der 1930er-Jahre, so wie Benatzky es komponiert hat.

Die neue Fassung stammt aus den 1930er-Jahren

Meist – auch zuletzt 2008 in Dortmund – wird das 50er-Jahre-Arrangement auf die Bühne gebracht. Der Philharmoniker Matthias Grimminger hat mit seinem Musikerkollegen Henning Hagedorn die ursprüngliche Fassung für die Staatsoperette Dresden eingerichtet, wo die Fassung 2017 uraufgeführt wurde.

Durchlauf des ersten Aktes

Bei der öffentlichen Probe war am Mittwoch schon das Orchester dabei; Regisseur Thomas Enzinger, ein Wiener Operettenspezialist, der in Dortmund in den vergangenen Jahren alle Operetten prunkvoll und unterhaltsam inszeniert hat, unterbrach bei der Probe nicht.

Interessant war dieser Durchlauf des ersten Aktes für das Publikum trotzdem wegen der Musik, die etwas swingender klang als in der gewohnten Fassung. Die Besucher bekamen einen guten Einblick, wie munter Enzinger inszenieren wird und wie alpenromantisch das Bühnenbild aussieht.

Die Maler arbeiten zu Beginn des Stücks noch

Dreieinhalb weiße Rössl (und eine Kuh) stehen um das berühmte Hotel am Wolfgangsee herum, in dem Wirtin Josepha dem Zahlkellner Leopold den Kopf verdreht und such der Stammgast Dr. Siedler mit dem Berliner Giesecke in die Wolle kriegt.

Neue Inszenierung der Operette „Das weiße Rössl am Wolfgangsee“ überrascht gleich mehrfach

Noch in Probenkostümen, aber schon mit himmlischen Bühnenbild-Elementen flirtete Otto Siedler (Fritz Steinbacher) mit Ottilie (Giulia Montanari). © Schaper

Die (Bühnen-)Maler arbeiten noch, als die Saison im Rössl startet. Damit beginnt Enzingers Inszenierung, die auch flotte, moderne Elemente enthält. Wie ein Kofferballett mit Stepptanz. Nur die Rap-Einlagen der feschen Kathi während der Umbauten passen nicht so recht ins Sujet und auch nicht zu Johanna Schoppa.

Bühnen-Originale machen die Inszenierung zum Vergnügen

Mit Bühnen-Originalen ist diese Operette besetzt. Steffen „Shorty“ Scheumann ist großartig als berlinernder Urlauber, Bariton Matthias Störmer bringt als Leopold österreichischen Schmäh auf die Bühne. Irina Simmes ist eine patente Josepha.

Ein bisschen Leichtigkeit fehlt der Inszenierung noch, die wird sich aber noch einstellen. Tempo bringt Enzinger genug mit schnell verwandelbaren Kulissen auf mehreren Ebenen vor das Bergpanorama-Paradies. Und wenn diese Welt zu rosarot wird, bricht der Regisseur Anflüge von Kitsch ganz schnell ironisch mit netten Einfällen.

15 Termine im Opernhaus

Das Theater bietet 15 Termine für einen Kurzurlaub am Wolfgangsee: 18./24./30. 1., 5./8./14./16./ 23./29. 2., 1./ 7./15./21./ 27. 3., 4.4.; Karten: Tel. 5027222 oder www.theaterdo.de

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