Dortmunder Schachtage

Neue Regeln machen Duell der Ex-Weltmeister besonders spannend

Es ist das Dortmunder Sportereignis, das neben BVB-Spielen wohl weltweit am meisten Aufmerksamkeit finden wird. Denn die Dortmunder Schachtage bieten ein besonderes Duell zweier Ex-Weltmeister.
2004 saßen sich die späteren Weltmeister Viswanathan Anand (links) und Wladimir Kramnik bei den Dortmunder Schachtagen gegenüber, so wie 2008 in Bonn beim WM-Kampf. 2021 soll es in Dortmund eine Wiederauflage des Duells geben. © Aloys Reminghorst (A)

Es ist ein Neustart mit Hindernissen: 2020 musste die als „Sparkassen Chess Trophy“ neu konzipierten Dortmunder Schachtage ganz ausfallen. Dafür bieten sie in diesem Jahr unter besonderen Corona-Bedingungen ganz besondere Innovationen, die sie zum weltweiten Ereignis machen dürften.

Gleich vier Ereignisse verbindet die „Sparkassen Chess Trophy“. Den Auftakt bildet ein digitales Open-Turnier für Schachspieler aus aller Welt, das ab Samstag (10.7.) als „Sparkassen Playchess Open“ bis 18. Juli 2021 im Internet gespielt wird.

„Über 200 Teilnehmer sind dafür schon registriert“, meldet Veranstaltungsleiter Carsten Hensel. Auch internationale Großmeister seien dabei. Immerhin: „Der Gewinner wird zu den Schachtagen 2022 eingeladen“, kündigt Carsten Hensel an. Dabei geht man davon aus, dass die wieder in Präsenz und vor Publikum stattfinden können.

Das Plakat der 48. Internationalen Dortmunder Schaachtage. © Initiative Pro Schach © Initiative Pro Schach

Zu den besonderen Highlights der Schachtage gehört ein als NC World Masters organisiertes Duell zwischen den früheren Schachweltmeistern Wladimir Kramnik (Russland) und Viswanathan Anand (Indien).

Beide waren bei den Dortmunder Schachtagen schon mehrfach aufeinander getroffen. Wladimir Kramnik ist mit zehn Turniersiegen der Rekordsieger der Dortmunder Schachtage und dem Turnier als Botschafter und Repräsentant eng verbunden. Viswanathan Anand belegte bei seiner letzten Turnierteilnahme in Dortmund 2007 einen geteilten zweiten Platz hinter Kramnik, den er kurz zuvor als Weltmeister abgelöst hatte.

Diesmal ist für besondere Spannung gesorgt. Im Turnier werden die beiden Schach-Legenden im Goldsaal der Westfalenhallen ab dem 14. Juli (Mittwoch) vier Partien gegeneinander spielen, mit klassischer Bedenkzeit, aber ohne die Möglichkeit der Rochade. Diese winzige Regeländerung wird die Spieler zwingen, von den auswendig gelernten Eröffnungslinien abzuweichen, um neue kreative Spielweisen zu fördern, ohne von den bekannten Regeln und Mustern des Spiels abzuweichen. „Da ergeben sich phantastische Partien“, ist Carsten Hensel überzeugt.

Carsten Hensel ist Veranstaltungsleiter der neu konzipierten Schachtage. © Privat © Privat

Das sogenannte „No-Castling Chess“ ist eine Idee von DeepMind, einem weltweit führenden Unternehmen zur Entwicklung künstlicher Intelligenz. Die reichhaltigen, kreativen Möglichkeiten dieser Variante werden von dem bahnbrechenden System „AlphaZero“ erforscht. Die Dortmunder Schachtage haben dazu eine strategische Partnerschaft mit DeepMind geschlossen. Das Online-Publikum kann im Post-Match-Kommentar des Zweikampfs neue Erkenntnisse von „AlphaZero“ hautnah erleben.

Kräftemessen der Großmeister

Zweites Highlight der Schachtage ist ein Großmeister-Turnier, bei dem fünf deutsche Top-Spieler auf fünf internationale Großmeister treffen. Sie spielen ein Rundenturnier über neun Partien. „Man kann sagen, dass die deutsche Nationalmannschaft auf die erweiterte Weltelite trifft“, ordnet Carsten Hensel das Turnier ein. Die erste Runde wird im Goldsaal am 13. Juli (Dienstag) um 16 Uhr gespielt, die letzten Partien am 18. Juli (Sonntag).

Stattfinden sollen beide Ereignisse im Goldsaal der Westfalenhallen gemeinsam mit dem NRW Jugend Cup mit ebenfalls zehn Teilnehmern. Publikum vor Ort ist dabei nicht zugelassen, auch wenn im Kongresszentrum der Westfalenhallen die bestmöglichen Hygiene-Bedingungen eingehalten werden – von einer Filter- und Lüftungsanlage, die Luft mehrmals stündlich austauscht, über Abstände und Plexiglas-Scheiben zwischen den Teilnehmern bis zu FFP2-Masken, Desinfektionsmittel und Testungen.

Doch die Organisatoren gehen davon aus, dass die Partien der verschiedenen Turniere unter sparkassen-chess-trophy.de online weltweit verfolgt werden und den Namen der Schachhochburg Dortmund international einmal mehr bekannt machen.

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