Neue Skulptur im Schragmüllerpark: Wenn zwei Buchen sich über Stürme unterhalten

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Als Orkan Ela 2014 über Deutschland zog, knickten zwei Drittel der Bäume im Mengeder Volksgarten um. Zwei Buchen haben fünf Jahre später eine neue Aufgabe im Schragmüllerpark.

Mengede

, 26.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eine Skulptur, deren Aussage auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist. Sind es einfach nur zwei Baumstämme oder gar Marterpfähle? Nein, es sind zwei Personen, die in ein Gespräch vertieft sind. Worüber sie sich unterhalten? Über Stürme. Denn einen haben die beiden Buchen selber miterlebt - und nicht überlebt.

Als Anfang Juni 2014 der Orkan Ela über Deutschland zog, wurden zwei Drittel der Baumbestände im Mengeder Volksgarten vernichtet. Darunter auch die beiden Buchen, deren Stämme nun im Schragmüllerpark an der Castroper Straße/Ecke Schragmüllerstraße stehen. Sie sind quasi ein Mahnmal, um auf den Klimawandel und seine Folgen aufmerksam zu machen.

Idee kam Künstler bereits vor zwölf Jahren

Die Idee für die Skulpturen kam dem Künstler Detlef Bechinie von Lazan schon nach dem Orkan Kyrill im Jahr 2007, „damals war der Klimawandel aber noch nicht so präsent wie er heute ist“, sagt er. Trotzdem fertigte er schon vor zwölf Jahren ein Modell der Skulptur mit dem Namen „Sturmgespräche“ an.

Es war schließlich der Mengeder Heimatverein mit seiner Arbeitsgruppe Kunst im Öffentlichen Raum, der die Idee hatte, mit Jugendlichen ein Kunstwerk zu schaffen, das der Zeit im Klimawandel gerecht werden sollte. So entstand über Heimatvereins-Mitglied Werner Locker der Kontakt zur Wilhelm-Rein-Förderschule gegenüber dem Schragmüllerpark.

Neue Skulptur im Schragmüllerpark: Wenn zwei Buchen sich über Stürme unterhalten

Viele Vertreter des Heimatvereins, der Schule und der Bezirksvertretung waren zur Einweihung der Skulptur in den Schragmüllerpark gekommen. © Verena Schafflick

Zwei Jahre dauerte die Zusammenarbeit zwischen den Zehntklässlern und dem Künstler. Jetzt war es dann endlich soweit: Die Skulptur steht, 2,50 Meter hoch jeweils und 200 Kilogramm schwer. Stadtgrün in Verbindung mit Grünbau hatten die beiden Holzpfosten letztendlich mit schwerem Gerät montiert. Der Bereich um die Skulptur ist bislang noch kahl, soll aber bepflanzt werden. Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch sowie Vertreter der Schule, des Heimatvereins und der Bezirksvertretung waren extra in den Park gekommen, um die Skulptur zu bestaunen.

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Auch einige Schüler waren eingeladen, wovon aber nur einer an der Skulptur mitgearbeitet hat. Der 15-jährige Fabian hatte vor den Sommerferien bei der Endmontage geholfen. Besonders hervorheben wollte der Künstler die Mitarbeit der Schüler Cindy Niedecker, Jannec Swist und Daniel da Silva, die inzwischen die Schule verlassen haben.

Der Heimatvereins-Vorsitzende Hans-Ulrich Peuser kündigte bereits an, dass dies zwar das erste Kunst-Projekt im Bezirk Mengede war, es aber nicht das einzige bleiben soll. „Wir wollen einen Pfad der Kunst im öffentlichen Raum schaffen“, kündigte er an. Zum Beispiel sollen auch Verkehrseinmündungen auf Dauer verschönert werden.

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