Alles andere als barrierefrei und wenig ansehnlich sind die Stadtbahn-Haltestellen an der B1. Das soll sich mit dem geplanten Umbau ändern. © Stephan Schütze (A)
B1-Allee

Neue Stadtbahn-Haltestellen an der B1: So sollen sie aussehen

Seit Jahren wird über den barrierefreien Umbau der Stadtbahn-Haltestellen an der B1 gestritten. Jetzt gibt es Entwürfe für die Gestaltung der Stationen. Die B1-Allee spielt eine große Rolle.

Hohe Brücken und lange Treppen, schmale Bahnsteige und schlichte kleine Wartehäuschen – bislang ist die Gestaltung der Stadtbahn-Stationen an der B1 sehr bescheiden. Das soll sich grundlegend ändern.

Seit Jahren wird über den barrierefreien Umbau der Haltestellen diskutiert, der vor allem wegen der Folgen für die B1-Allee heiß diskutiert wird. Eine zentrale Frage ist, wie viele Bäume der nötigen Verschwenkung der Gleise und der Verbreiterung der Bahnsteige zum Opfer fallen.

Ergebnisse aus zwei Wettbewerben

Unabhängig von diesen grundsätzlichen Fragen hat das städtische Tiefbauamt aber auch einen Planungswettbewerb für die architektonische Gestaltung der Haltestellen gestartet. Wegen der besonders exponierten Lage inmitten der vielbefahrenen Bundesstraße 1 sollen architektonisch anspruchsvolle Lösungen gefunden werden, erklärt Baudezernent Arnulf Rybicki.

Und die glaubt man mit den Ergebnissen aus zwei Wettbewerben gefunden zu haben, deren Ergebnisse Rybicki am Dienstag nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands präsentierte. Zwei Wettbewerbe und zwei unterschiedliche Entwürfe gibt es, um den unterschiedlichen Rahmenbedingungen für die insgesamt fünf betroffenen Haltestellen Rechnung zu tragen.

Eine Dachkonstruktion aus Stahl sieht der Siegerentwurf des Planungswettbewerbs für die Haltestelle Stadtkrone-Ost vor. © Entwuf Hilmer und Richter © Entwuf Hilmer und Richter

Eine Sonderrolle nimmt dabei die Station Stadtkrone-Ost ein, die mehr oder minder frei zwischen den Bürobauten der Stadtkrone-Ost an der Südseite und der Automeile an der Nordseite der B1 liegt. Stahl bestimmt deshalb das Bild des siegreichen Entwurfs des Hamburger Architekturbüros Hillmer und Richter.

Wie Pilze ragt die stählerne Dachkonstruktion auf Stahlstützen in die Höhe, in deren Zwischenräumen aber auch Platz für die Bäume ist, die mitten auf dem Bahnsteig stehen.

Holzdächer für die westlichen Stationen

Die westlich gelegenen vier Haltestellen von Max-Eyth-Straße über Lübkestraße und Voßkuhle bis Kohlgartenstraße sollen wegen ihrer Einbettung in die B1-Allee inmitten der Gartenstadt einheitlich anders gestaltet werden: Der für diesen Part siegreiche Entwurf des Büros DKFS Architects aus Hürtgenwald sieht für jede Station ein Holzdach auf schmalen Stahlstützen vor, das sich in die grüne Umgebung mit den Allee-Bäumen einpasst. „Auch eine Begrünung der Dächer wäre möglich“, erläutert Arnulf Rybicki.

Planungsdezernent Ludger Wilde spricht von „zwei sehr guten Lösungen“, die an die unterschiedlichen räumlichen Situationen angepasst seien.

Bis die Haltestellen tatsächlich in neuem Design erscheinen, wird aber noch einige Zeit vergehen. Im Vordergrund steht erst einmal der barrierefreie Umbau der Bahnsteige, für den mit Blick auf die neue Fahrzeugflotte von DSW21 die Zeit drängt. Weil künftig keine Trittstufen an den Bahnen mehr ausgefahren werden können, müssen die Bahnsteige höher werden.

Bis zu einem endgültigen Umbau der Stationen wird es dafür erst einmal provisorische Lösungen geben. „DSW21 braucht bis 2025 erhöhte Bahnsteige“, erläuterte Rybicki die Herausforderung.

Neue Architektur erst ab 2026

Schon dafür wird die Zeit knapp. Nach dem aktuellen Zeitplan sollen in diesem Herbst drei unabhängige Planfeststellungsverfahren für verschiedene Abschnitte der B1-Bahnstrecke starten. Läuft alles glatt, könnte der Umbau dann 2023 starten – im ersten Schritt mit provisorisch hergestellter Barrierefreiheit.

Erst nach 2025 könnte dann die richtige Neugestaltung der Haltepunkte in Angriff genommen werden. „Die Haltestellendächer kommen zuletzt“, kündigt der Baudezernent an. Die schicken neuen Stationen werden also nicht vor 2026 zu erleben sein.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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