„Sehr zuversichtlich“: Lässt sich ein neuer Hausarzt in Sölderholz nieder?

mlzMedizin in Dortmund

In Sölderholz schloss vor fünf Jahren die letzte Allgemeinmedizinerin ihre Praxis. Seitdem sind die Wege weit für ältere Menschen. Doch die Chancen stehen gut, dass sich etwas tut.

Sölderholz

, 03.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Edith Schwerlinski schloss 2015 ihre Praxis an der Lichtendorfer Straße ab. Einen Nachfolger gab es nicht. Die Praxis blieb leer und wurde umgebaut. Heute ist dort, wo einmal eine viel besuchte Arztpraxis war, eine Wohnung. Schon kurz nach der Schließung bemühte sich die lokale Politik, allen voran Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel (SPD), um Abhilfe.

Ein weißer Fleck auf der Ärztekarte

Denn, was die Versorgung mit Hausärzten angeht, sind Sölderholz und Lichtendorf weiße Flecken auf der Landkarte. Erst in Sölde, also einige Kilometer südlich, oder in der Dortmunder Nachbarstadt Holzwickede ist ein Hausarztbesuch wieder möglich.

Dort, wo das rote Fenster an der Hauswand ist, war einmal der Eingang zu einer Hausarzt-Praxis in Sölderholz. Seit fünf Jahren ist die geschlossen.

Dort, wo das rote Fenster an der Hauswand ist, war einmal der Eingang zu einer Hausarzt-Praxis in Sölderholz. Seit fünf Jahren ist die geschlossen. © Jörg Bauerfeld

Rund 6000 Einwohner sind davon betroffen. Darunter zahlreiche ältere Menschen, die eine ärztliche Versorgung vor Ort herbeisehnen. Einen neuen Arzt oder eine Ärztin in den südlichsten Dortmunder Ortsteil zu bekommen, ist schwierig. Denn eine Stellenausschreibung „Arzt für Sölderholz gesucht“ funktioniert so nicht.

Komplizierte Sachlage

Die Sachlage ist kompliziert. „Wie viele Ärzte und Psychotherapeuten für eine Stadt, einen Kreis oder eine Region benötigt werden, wird durch die sogenannte Bedarfsplanung festgelegt“, sagt Vanessa Pudlo, Pressesprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung. „Insgesamt ist die Versorgung mit Hausärzten in Dortmund – statistisch gesehen – derzeit stabil. Aktuell bestehen noch 7,5 Zulassungsmöglichkeiten für Hausärzte.“

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Und hier liegt die Chance für Sölderholz. Nur, wie kommt man an Ärzte heran, die auch Lust haben, sich im Dortmunder Süden an der Stadtgrenze zu Schwerte niederzulassen? „Wir sind da in einigen Gesprächen, die uns doch sehr positiv in die Zukunft sehen lassen“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel, der sich aber noch nicht weiter in die Karten schauen lassen möchte.

Viele Gespräche geführt

„Ohne Eigeninitiative und Gespräche mit möglichen Interessenten geht es einfach nicht“, sagt Schädel. Ob es ein schon niedergelassener Arzt aus dem Dortmunder Stadtgebiet ist oder jemand, der neu in die Stadt kommt, spielt im Falle von Sölderholz und Lichtendorf auch keine Rolle. Beides ist laut Aussage der Kassenärztlichen Vereinigung möglich.

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„Ich bin da sehr zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr etwas Positives zu vermelden ist“, sagt Schädel. Wobei noch einige Fragen offen bleiben. So ist ein möglicher Standort einer neuen Hausarztpraxis noch offen. Die müsste völlig neu eingerichtet werden. „Möglicherweise müsste etwas neu gebaut oder auch etwas umgebaut werden. Das Problem dabei ist ja, dass die neue Praxis barrierefrei sein muss“, so Schädel.

Schwierige Situation für alte Menschen

Interesse sei da und damit auch die Hoffnung, dass sich wieder etwas tut. Dabei wird ein neuer Arzt zumindest auf Fördermittel der Kassenärztlichen Vereinigung verzichten müssen. Denn Dortmund gehört im Regierungsbezirk Arnsberg nicht zu den „Förderegionen“, wie beispielsweise Verl, Lüdenscheid oder Menden. Hier stehen Mittel für Hausärzte bereit, die sich dort niederlassen wollen.

Wie schwierig die Situation gerade für ältere Menschen in Sölderholz und Lichtendorf ist, weiß Ursel Lenz. Sie ist Mitglied des Seniorenbeirates in Aplerbeck und ist ihrerseits auch auf der Suche nach einer Hausarzt-Lösung. „Die Senioren müssen immer auf den Bus ausweichen. Für viele ist das sehr mühsam.“

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