Viele Spritzen für viele Oberarme – darauf deuten die Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung hin. © Björn Althoff
Corona-Schutz

Neuer Impfrekord in Dortmund – doch die Zahlen trügen

Zum ersten Mal sind an einem Tag in Dortmund mehr als 10.000 Menschen gegen Corona geimpft worden – neuer Rekord. Das zumindest sagen die Zahlen für Mittwoch (9.6.). Doch der Schein trügt.

Wie viele Menschen in Dortmund haben die Erstimpfung gegen das Covid-19-Virus bekommen? Wie viele die Zweitimpfung? Und wie viele sind insgesamt schon durchgeimpft? Einige dieser Zahlen sind am Mittwoch (9.6.) so hoch gewesen wie noch nie.

Hatte der Zweitimpf-Rekord vorher bei knapp über 5000 Menschen an einem Tag gelegen, sollen es am Mittwoch 6360 gewesen sein. Ebenso deutlich der Anstieg bei den komplett Geimpften: 10.615 Dortmunder seien es, so die Statistik. Vorheriger Rekord, etwa eine Woche zuvor 9375. Und das, obwohl die Zahlen im Impfzentrum auf Phoenix-West im Keller sind.

Kaum noch Erstimpfungen auf Phoenix-West

Gerade einmal 9 Erstimpfungen gab es. Soweit logisch: Dass die Impfzentren nur Vakzine für die Zweitimpfung bekommen, war schon länger bekannt. Vor allem die mobilen Teams aber hatten viele gefüllte Spritzen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) kann aufklären, wie es zu enormem Anstieg und dem Rekord kommt: Aktuell könne man aus personellen Gründen nicht mehr alle Zahlen jeden Tag an das Robert-Koch-Institut weiterleiten, an die zentrale Sammelstelle in Deutschland. Und so erkläre sich auch der ähnliche Verlauf zur Vorwoche.

Sonder-Impfaktionen haben eine Auswirkung

Die KVWL erfasst die Impfzahlen in drei Kategorien: Impfzentren, niedergelassene Ärzte sowie mobile Teams. Letztere wurden Anfang des Jahres vor allem in Seniorenheimen eingesetzt. Mittlerweile aber, so KVWL-Sprecher Andreas Daniel, kümmerten sie sich im Wesentlichen um Sonder-Impfaktionen, also bei Obdachlosen oder in sozialen Brennpunkten.

Und genau so lasse sich der plötzliche Anstieg erklären, verdeutlicht Daniel. Die Zahlen, die nun zweimal hintereinander erst Mitte der Woche in der Statistik aufgetaucht sind, stammen demnach von den Sonderaktionen an den Wochenenden.

Oft reichte eine Impfung

Von 28. bis 30. Mai waren mehrere tausend Menschen aus Nette, Westerfilde und Bodelschwingh geimpft worden, von 4. bis 6. Juni dann viele Nordstadt-Bewohner. Einen weiteren Beleg dafür liefert auch die Zahl der vollständig Geimpften. Auch dort gab es einen enormen Anstieg.

In dieser Kategorie speziell erfasst ist der Johnson&Johnson-Impfstoff, der ja nicht mit zweiter Spritze aufgefrischt werden muss. Und er ist bisher bei den Sonder-Impfaktionen in Dortmund vermehrt eingesetzt worden.


Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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