Neuer S-Bahn-Takt, neuer Fahrplan, Gratis-WLAN: Das ändert sich für Dortmunder ÖPNV-Nutzer

Verkehr

Lange Diskussionen gab es im Vorfeld um den neuen S-Bahn-Takt im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Zum 15. Dezember tritt er in Kraft. Ein Überblick, was sich im ÖPNV in Dortmund ändert.

Dortmund

, 06.12.2019, 12:43 Uhr / Lesedauer: 3 min
Neuer S-Bahn-Takt, neuer Fahrplan, Gratis-WLAN: Das ändert sich für Dortmunder ÖPNV-Nutzer

Eine der Abellio-Bahnen, die künftig im neuen grün-weißen VRR-Look auf der Linie S2 fahren wird. © VRR

Der 15. Dezember ist nicht nur der übliche Stichtag für einen Fahrplanwechsel bei der Bahn, sondern in diesem Jahr für einen regelrechten Taktwechsel. Vor allem S-Bahn-Pendler müssen sich völlig umstellen. Denn statt im 20-Minuten-Takt fahren die S-Bahnen künftig alle 15 oder alle 30 Minuten. Nicht in jedem Fall gibt es also eine Verbesserung.

Das ändert sich auf den einzelnen Linien in Dortmund:

Linie S 1

Die S 1 fährt nun montags bis freitags von etwa 6 bis 19 Uhr zwischen Dortmund und Essen Hbf alle 15 Minuten, über Essen hinaus bis Duisburg alle 30 Minuten. Abends und am Wochenende bleibt es beim bekannten 30-Minuten-Takt auf der gesamten Strecke. Vor allem für den Verkehr von und zur Uni ist der neue Takt tagsüber also eine klare Verbesserung.

Verbessern soll sich auch der Fahrkomfort. Eingesetzt werden zwar keine neuen, aber modernisierte und „redesignte Fahrzeuge“ - nach Ankündigung des VRR mit kostenlosem WLAN.

Um den Betrieb der S1 hatte es wie auch um die Linie S4 in den vergangenen Wochen heftigen Streit gegeben, weil der VRR dem eigentlich neu ausgewählten Betreiber Keolis/Eurobahn den Auftrag ab 15. Dezember wieder entzogen und in einer Notfallentscheidung übergangsweise wieder an DB Regio vergeben hatte.

Linie S 2

Die Linie S 2 fährt zwischen Dortmund Hauptbahnhof und Herne täglich alle 30 Minuten, im Dortmunder Stadtgebiet - also zwischen Hauptbahnhof und Mengede - montags bis freitags zu den Hauptverkehrszeiten von etwa 6 bis 9 Uhr und von 13 bis 18 Uhr im 15-Minuten-Takt. Verbesserung und Verschlechterung halten sich also die Waage und sind von der Wegstrecke und Zeit abhängig.

Ab Herne fährt die Linie stündlich weiter - einerseits nach Recklinghausen Hbf und andererseits über Gelsenkirchen Hbf nach Essen Hbf. Die umsteigefreie Verbindung von Recklinghausen nach Dortmund Hauptbahnhof wird damit täglich angeboten, und das sogar bis kurz vor Mitternacht – laut VRR eine Verbesserung zum bisherigen Betriebskonzept. Im Nachtverkehr werde das Angebot zwischen Dortmund Hbf und Essen Hbf ausgeweitet.

Trotz der geänderten Abfahrtszeiten der S 2 bleibt laut VRR der Anschluss an die S 4 in Dortmund-Dorstfeld am selben Bahnsteig bestehen.

Neu sind Betreiber und Fahrzeuge auf der S2. Die Linie wird ab 15. Dezember von Abellio mit neuen Fahrzeugen vom Typ Flirt XL der Stadler Pankow GmbH betrieben, die WLAN und Toiletten bieten.

Die neuen Bahnen haben auch eine neue, niedrigere Einstiegshöhe, was in Sachen Barrierefreiheit im Dortmunder Stadtgebiet eher Nachteile hat. Das Problem: Sowohl am Hauptbahnhof als auch an den Stationen in Dorstfeld, Wischlingen, Huckarde, Westerfilde, Nette/Oestrich und Mengede sind die Bahnsteige 96 Zentimeter hoch.

Deshalb ist durch den Einsatz der neuen Fahrzeuge mit 76 Zentimetern Einstiegshöhe „für eine längere Übergangszeit kein niveaugleicher Einstieg mehr möglich“, teilt der VRR mit.

Linie S 4

Auch auf der Linie S 4 verbessert oder verschlechtert sich das Angebot abhängig von der Tageszeit. Denn zu den Hauptverkehrszeiten zwischen 6 und 9 Uhr und 13 bis 18 Uhr fährt die S4 montags bis freitags zwischen Dortmund-Lütgendortmund und Unna-Königsborn häufiger als bisher, nämlich alle 15 Minuten.

Zu den übrigen Zeiten und grundsätzlich zwischen Unna und Unna-Königsborn fährt die S 4 aber nur noch im 30-Minuten-Takt. Auf der S4 sollen ebenfalls „redesignte“ Fahrzeuge mit WLAN fahren.

Linie S 5

Keine Änderungen gibt es auf der Linie S 5. Sie fährt weiterhin im gewohnten 30-Minuten-Takt zwischen Dortmund Hauptbahnhof und Witten Hauptbahhnhof und alle 60 Minuten weiter bis Hagen. Es gibt aber neue Abfahrtszeiten.

Anschlüsse an die DSW-Busse

Folgen hat der neue S-Bahn-Takt auch für Busse und Bahnen im Stadtverkehr - worüber es im Vorfeld heftige Diskussionen gegeben hatte. Am Ende ist der Änderungsbedarf in den Einsatzplänen von DSW21 für Busse und Bahnen aber doch geringer als befürchtet.

„Eine tiefgreifende Fahrplanumstellung aufgrund der S-Bahn-Taktänderung ist nicht erforderlich“, erklärt Lars Hirschfeld als Leiter der Verkehrsplanung bei DSW21. „Die Buslinien fahren überwiegend in einem engen Takt. Dadurch bedeutet der S-Bahn-Taktwechsel an den meisten Umsteigepunkten zur S-Bahn sogar eine Verbesserung.“

Nachbesserungsbedarf gibt es für DSW nur an drei Stellen im Dortmunder Westen und einer im Osten. Betroffen sind die S-Bahnhöfe Kley mit der S1, Germania mit der S4, Westerfilde mit der S2 und Wickede West mit der S4.

Um weiter gute Umsteigemöglichkeiten zu bieten, plant man bei DSW21 deshalb mit zusätzliche Fahrten auf den Buslinien 462 und 470, die ansonsten aber weiterhin im 20-Minuten-Takt fahren. Die weiterhin im 20-Minuten-Takt fahrende Linie 471 erhält im Berufsverkehr je drei Zusatzfahrten pro Stunde und Richtung zwischen Westerfilde und Bodelschwingh/Göllenkamp, um den Ortsteil Bodelschwingh besser an die S-Bahn in Westerfilde anzubinden.

Fahrplanwechsel bei Bussen am 7. Januar

Die Linie 428 bekommt einen neuen Takt und fährt künftig morgens im Schülerverkehr im 10-Minuten-Takt, im Berufsverkehr im 15-Minuten-Takt und zu den anderen Zeiten im 30-Minuten-Takt zur Verknüpfung mit der Haltestelle Wickede West S.

Kleiner Pferdefuß: Der neue Bus-Fahrplan wird von DSW21 erst zum 7. Januar 2020 umgesetzt. Danach wird geprüft, ob die neue Anschlüsse funktionieren. Alle Maßnahmen, die zum 7. Januar umgesetzt werden, werde man beobachten und bei Bedarf anpassen, so DSW21.

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