Der neue interaktive Unfallatlas zeigt, welche Straßen in Dortmund für welche Verkehrsteilnehmer besonders gefährlich sind. © Michael Nickel
Verkehr

Neuer Unfallatlas zeigt, wo es in Dortmund besonders häufig knallt

Wie viele Verkehrsunfälle gab es auf welcher Straße? Diese Frage kann sich nun jeder selbst mit dem neuen interaktiven Unfallatlas beantworten. Für Dortmund gibt es einige Besonderheiten.

Ab sofort reichen ein paar Klicks und ein bisschen Scrollen, um herauszufinden, welche Straßen besonders gefährlich sind. Die Statistikämter von Bund und Ländern haben jetzt eine interaktive Karte veröffentlicht, in der Verkehrsunfälle dargestellt sind. Allerdings gibt es neben einigen Besonderheiten für Dortmund auch einige Einschränkungen.

Denn zum einen werden für ganz Nordrhein-Westfalen nur die Unfälle aus dem Jahr 2019 angezeigt, während in anderen Ländern die Statistiken bis 2016 zurückreichen. Zum anderen erfasst die Statistik keine Unfälle mit Blechschäden, sondern nur jene, bei denen Menschen verletzt wurden.

Gleichzeitig lassen die vorhandenen Daten eine Aufschlüsselung in unterschiedliche Unfallarten zu. Und genau daraus wiederum ergeben sich für Dortmund vier wesentliche Erkenntnisse.

Auf Dortmunds Straßen starben 2019 drei Menschen: Die Dortmunder Polizei zählt in ihrer Unfallstatistik für das vergangene Jahr zwar 18 Verkehrstote. Doch das zuständige Gebiet umfasst neben Lünen auch 500 Kilometer Autobahn in der gesamten Region.

Zwei Menschen starben bei verschiedenen Unfällen auf der A2 in Höhe von Brechten auf ungefähr gleicher Höhe. Eine Frau starb zudem als Geisterfahrerin bei einem Unfall auf der Brackeler Straße.

Auf den großen Straßen kracht es besonders häufig: Das überrascht im Prinzip nicht. Schließlich sind die breiten Hauptverkehrsadern auch die Straßen, auf denen die meisten Autos unterwegs sind. So hat es besonders häufig auf der B54 zwischen Wall und Lindenhorst gekracht, ebenso auf der Bornstraße und der Derner Straße bis zur Höhe der Stadtbahnhaltestelle Franz-Zimmer-Siedlung.

Ebenso unfallträchtig sind der westliche Abschnitt des Walls, die B1 zwischen A40 und Gartenstadt, der Abschnitt Lindemannstraße – Wittekindstraße – Krückenweg – Beilstück sowie die Hamburger und die Kaiserstraße mitsamt dem Hellweg.

Das alles sind auch genau die Abschnitte, die in der Kategorie „Unfälle mit Personenschaden“ besonders dunkel eingefärbt sind.

Der Süden ist für Fußgänger ein gefährliches Pflaster: Das gilt natürlich nicht für den kompletten Süden. Vielmehr ist ein Straßenabschnitt im Bezirk Hombruch rot eingefärbt – in dieser Kategorie „Unfälle mit Fußgänger-Beteiligung“ als einziger Abschnitt neben der B54 im Norden, dem Ostwall und dem Hellweg.

Konkret geht es um die Stockumer Straße zwischen Zillestraße und Universitätsstraße und von der Kreuzung aus weiter in Richtung Witten-Stockum. Diese Straßen haben vor allem gemein, dass sie mitunter breit ausgebaut sind und es nur wenige offizielle Querungsmöglichkeiten für Fußgänger gibt. Gleichzeitig ist vor allem die Universitätsstraße mit der direkten Zufahrt zur A45 eine Straße, auf der Autos häufig schnell unterwegs sind.

Fahrradfahrer müssen nicht nur in der City aufpassen: Neben den stadtweiten Unfall-Schwerpunkten sticht in der Kategorie „Unfälle mit Fahrrad-Beteiligung“ die Märkische Straße heraus. Einzig rot eingefärbt – und damit besonders unfallträchtig – sind zwei andere Straßenabschnitte in der City.

Zum einen geht es dabei um die Übelgönne am FZW, zum anderen um die Hohe Straße zwischen Gutenbergstraße und Wall. Auf diesem Abschnitt sorgen zur Rush Hour die Rechtsabbieger für lange Rückstaus und damit für viele Spurwechsel bei denen, die geradeaus oder nach links fahren wollen. Zwischen den Autospuren verläuft der rot eingefärbte Radweg – Unfälle kann der hier nicht verhindern.

Der digitale Unfallatlas ist einsehbar unter https://unfallatlas.statistikportal.de/.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
1987 geboren und seit 2012 bei Lensing Media. Ende 2016 ist der Bochumer Junge in Dortmund angekommen - wo er Ihr täglicher Begleiter sein möchte.
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Michael Nickel

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