Der "Leuchtturm" an der Speicherstraße: Ins Erdgeschoss sollte Mongo's Restaurant ziehen. © RN
Gastronomie in Dortmund

Neueröffnung geplatzt: Mongo’s Restaurant verschwindet aus Dortmund

Im März 2020 hat Mongo’s Restaurant seine Adresse an der Lindemannstraße 78 bis 80 im Kreuzviertel verlassen. Das Mongo‘s wollte umziehen in den Hafen - doch daraus wird nun nichts.

Nach 20-jährigem Betrieb musste Mongo’s Restaurant, Treffpunkt für Fans asiatischer Speisen, sein Domizil in der Immobilie an der Lindemannstraße 78 bis 80 räumen. Das Haus sollte abgerissen werden und einem Neubau mit Eigentumswohnungen Platz machen. Das war im März 2020.

Inzwischen sind die Pläne gekippt: Abgerissen werden soll die bekannte Immobilie nach wie vor. Jetzt aber für eine Luxus-Seniorenresidenz. „Schade, dass es so gelaufen ist“, sagt Eike Hoffmann, Projektmanager bei Mongo’s Gastro GmbH in Essen. „Wir bekommen über die sozialen Medien fast täglich Anfragen, wann wir in Dortmund wieder eröffnen“, sagt Hoffmann.

Die Antwort fällt überraschend und ernüchternd aus: Das Restaurant wird in Dortmund gar nicht mehr eröffnen.

Jedenfalls nicht auf absehbare Zeit. Dabei war der Ausweich-Standort längst ausgeguckt: das neue Bürogebäude am Hafen, „Leuchtturm“ genannt.

Leuchtturm an der Speicherstraße kommt nicht mehr infrage

Die mehrgeschossige Immobilie des Dortmunder Entwicklers apodo nahe der Hafenbrücke in der Speicherstraße befindet sich seit geraumer Zeit im Bau. Sie dürfte in den nächsten Monaten in Betrieb gehen. Dort wollte Mongo’s Restaurant auf 1000 Quadratmetern im Erdgeschoss die Neueröffnung feiern.

Vorbei. Die Pläne sind gestorben.

„Es ist richtig, wir werden das Projekt nicht umsetzen“, wie Hoffmann auf Anfrage bestätigt. Corona habe vieles verändert. Eine Pandemie solchen Ausmaßes gehe nicht spurlos an den Finanzreserven vorbei. Von daher sei es wirtschaftlich geboten, sich auf bestehende Standorte zu konzentrieren statt aktuell neu zu investieren.

Rund 20 Jahre war Mongo’s Restaurant an der Lindemannstraße 78 bis 80 im Kreuzviertel untergebracht. © RN © RN

Zudem sei auch apodo, Bauherr des „Leuchtturms“, nicht mehr an einer Ansiedlung von Mongo’s interessiert gewesen, so Hoffmann. „Man wollte möglichst einen Mieter für die gesamte Immobilie.“

Von apodo war bis Redaktionsschluss dieses Textes (28.7., 15.30 Uhr) dazu keine Stellungnahme zu erhalten: Geschäftsführer Jörg Borchers befindet sich in Urlaub.

Ob und wann das Restaurant Mongo’s doch nochmal nach Dortmund zurückkehrt, lässt Hoffmann unbestimmt: „Da ist aktuell nichts geplant.“

Auch am Phoenix-See bleiben die Gastro-Türen dicht

Das Asien-Restaurant ist bei Weitem nicht das einzige, das der Pandemie Tribut zollen muss. „Die Situation in der Gastronomie ist sehr instabil und unsicher“, sagt Philip Winterkamp. Er ist Geschäftsführer der Muto Heimatgastronomie und Sprecher der Dortmunder Gastro-Initiative, eines Zusammenschlusses örtlicher Gastronomen.

Auch Muto trennt sich von einem Objekt und gibt das Restaurant Schürmanns Hafenkantine am Phoenix-See teilweise corona-bedingt auf. Muto will sich im Sommer auf die Außengastronomie seiner Standorte konzentrieren; auf den Spaten Garten im Westfalenpark und das Freischütz. „Was in Herbst und Winter passiert, ist das reinste Glaskugellesen“, sagt Winterkamp.

Er gehe davon aus, dass zumindest Veranstaltungen mit einer begrenzter Teilnehmerzahl möglich seien. „Veranstaltungen in Innenräumen mit vielleicht 500 Gästen sehe ich im Augenblick eher nicht.“

Seine Hoffnung ruhe nach wie vor auf den Impfungen. Er sei verhalten zuversichtlich, dass es nicht so dramatisch komme wie 2020 und den Gastronomen ein neuer Lockdown erspart bleibe. „Ich kenne Kollegen, die sagen, dass sie eine weitere Schließung finanziell nicht durchhalten“, sagt der Gastronom.

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Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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