Neues Konzept soll die Zukunft aller 13 Märkte Dortmunds retten

mlzWochenmärkte

Der Hauptwochenmarkt brummt, ist deutschlandweit Spitze. Aber die Stadtteilmärkte verhageln die städtische Bilanz bei der Kostendeckung. Ein neues Konzept soll trotzdem alle 13 retten.

von Annette Feldmann

Dortmund

, 04.03.2019, 16:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie wird die Zukunft des Wochenmarktes aussehen? Das Konzept ist diese Woche fast fertig – aber noch unter Verschluss. „Wir denken über neue Formate nach“, kündigt Thomas Westphal an, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. Die Händler fürchten: Es geht vor allem um Kosteneinsparungen für die Stadt.

Aber warum überhaupt ein neues Konzept? Der Hauptwochenmarkt in der City gehört zu den frequenzstärksten der Bundesrepublik, ist eines der attraktivsten Events in der City. Kunden kommen aus dem ganzen Ruhrgebiet und dem Sauerland. Und auch der Nordmarkt brummt.

„Aber die Stadtteilmärkte verkümmern. Von 13 Wochenmärkten laufen drei, 10 sind nicht kostendeckend für die Stadt“, weiß Niels Schulte, Sprecher der Markthändler. Eine von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung der Standgebühren hatte die Politik 2017 abgelehnt.

Erfolgs-Beispiele aus anderen Städten

Die Alternative wären Schließungen von nicht mehr funktionierenden Stadtteilmärkten. Thomas Westphal versichert jedoch: „Wir wollen die Anzahl der Märkte erhalten. Wir arbeiten an Vorschlägen, sie weiter zu entwickeln. Dafür schauen wir uns auch Konzepte und Ideen anderer Standorte an.“

Der Patient, den es zu heilen gilt, ist also nicht der Hauptwochenmarkt. Schulte: „Den Hauptmarkt muss man nicht stärken. Die Stärke sind wir, die Händler, mit der Qualität und Vielfalt unserer Produkte. Und vor allem auch mit der Aufenthaltsqualität, der Beratung und der Gesamt-Atmosphäre, die den Markteinkauf zu einem Erlebnis machen.“

Bei Standortwechsel Umsatzeinbruch

Der Wochenmarkt sei eines der beliebtesten, aber am meisten unterschätzten Events der City. Mit falschen Konzepten und Ideen könne man dem Markt aber sehr wohl schaden. Hauptursache für den Erfolg des Hauptwochenmarktes (und des Nordmarktes) sind, so Schulte, neben der Qualität – der Standort und die Aufenthaltsmöglichkeiten.

„Der Standort ist das A und O. Von der Hansastraße aus wird die Laufkundschaft direkt hineingezogen in den Markt auf dem Hansaplatz. Wenn wir ausweichen müssen auf den Friedensplatz verlieren wir 30 bis 50 Prozent Umsatz.“

Von Stammkunden allein können die Händler nicht leben. Auch die Stadtteilmärkte liegen fast durchweg an frequenzschwachen Standorten. In Eving wurde der Standort verlegt - und prompt blühte der Markt wieder auf.

Gastro-Planung soll vom Tisch

Darum fordert der Sprecher der Markthändler: „Der Standort Hansaplatz darf keinesfalls angetastet werden.“ Die Verlagerung für Weihnachtsmarkt und à la carte sei akzeptiert, aber weitere Veranstaltungen, die den Markt verdrängen, dürfe es nicht geben.

Auch sei man besorgt, dass die Planungen einer 1000 qm großen Gastronomie auf dem Hansaplatz noch nicht vom Tisch seien. „Dann verlieren wir rund ein Viertel Fläche und können unsere eigenen Verweilflächen fast alle schließen.“ Das wäre ein herber Schlag für Kunden und Händler und für die Gesamt-Attraktivität.

Feierabend-Markt neben Reinoldikirche

Eine Idee für das neue Konzept würde Niels Schulte aber doch gern beisteuern: „Ein Feierabendmarkt auf dem halben Reinoldikirchplatz, zweimal im Monat donnerstags. 20 Stände mit Bewirtung zwischen P&C und der Kirche – das würde funktionieren. Und es würde die Attraktivität der City erhöhen und das Marktgeschehen bereichern.“

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