Neues OP-Verfahren bei Gebärmutter(hals)-Krebs

Johannes-Hospital

DORTMUND Hoffnung für Frauen mit Gebärmutter(hals)krebs: Es gibt eine schonendere und effizientere Operationsmethode als die herkömmliche. Eine, bei der die Patientin später nicht einmal zum Strahlentherapeuten muss. Praktiziert wird sie am St.-Johannes-Hospital.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 30.10.2009, 05:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Patientin P. geht's gut. Letzten Freitag (23.10.) wurde sie drei Stunden lang von Privat-Dozent Dr. Georg Kunz operiert.

Patientin P. geht's gut. Letzten Freitag (23.10.) wurde sie drei Stunden lang von Privat-Dozent Dr. Georg Kunz operiert.

In den darauf folgenden zwei Jahren jedes halbe Jahr. Von einer Strahlentherapie bleibt sie verschont. Vater der neuen, schonenderen Gebärmutter(hals)-OP ist Prof. Dr. Michael Höckel, Direktor der Universitätsklinik Leipzig. Privat-Dozent Dr. Georg Kunz, Chefarzt der Gynäkologie am Johannes-Hospital ging bei ihm dieses Jahr in die „Lehre“. Frau P. war seine zweite Patientin, die nach TMMR operiert wurde. Hinter der Abkürzung verbirgt sich eine „totale mesometriale Resektion“. Was dies bedeutet, erklärt Privat-Dozent Kunz sehr bildhaft. Die OP-Methode basiere auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass sich der Tumor im menschlichen Gewebe zunächst nicht beliebig ausbreite. Er wachse in den Gewebestrukturen, aus denen er embryonal hervorgegangen ist. Kunz vergleicht dies mit einem Haus in der Bauphase, zu dem bestimmte Trampelpfade führen. Das Mesometrium, schlicht übersetzt: Das Stützgewebe links und rechts um den Gebärmutterhals und um den Enddarm, habe die Form eines Schmetterlings, nach unten verlängert wie Frackschöße.

Kunz: „Der Operateur nimmt die Gebärmutter mit dem komplett umgebenen Gewebe weg unter größtmöglicher Schonung der dort liegenden Nerven.“ Die herkömmliche Methode sei grober. Bei ihr könne man eine Verletzung von Nerven, z. B. zur Steuerung der Blasenfunktion, nicht ausschließen. Die Heilungsrate sei bei der TMMR-OP deutlich höher.

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