Neues Zebra im Zoo sieht aus wie ein Punk und bellt wie ein Hund

mlzHandaufzucht

Es sieht mit seiner noch kurzen Stehmähne aus wie ein kleiner Punk: Das ein Jahr alte Zebra Hope ist am Dienstag als Neuzugang im Dortmunder Zoo eingezogen. Seine Rufe klingen wie Bellen.

Dortmund

, 17.04.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die beiden Zebradamen Serengeti und Frigga zeigen ihrer kleinen Artgenossin Hope noch die kalte Schulter durch das Gitter. Hope dagegen sucht Kontakt mit hellen, fast keuchenden Lauten, die an ein Bellen erinnern. Hope ist am Dienstagmorgen aus dem Aachener Tierpark Euregiozoo in einer Kiste beim Zoo Dortmund eingetroffen. Aus der Kiste ging es direkt in den Stall, neben die Boxen von Serengeti und Frigga.

Für ein Zebra – Zebras sind Fluchttiere – ist Hope erstaunlich zutraulich. Das hat wiederum einen eher traurigen Grund: Denn Hope ist eine Handaufzucht mit der Milchflasche, „weil es Probleme mit ihrer Mutter gab“, berichtet Zoo-Inspektor Hans-Joachim Sill.

Voller Hoffnung geboren

Die zierliche „Hope“ ist am 27. April 2018 – wie in freier Wildbahn in den frühen Morgenstunden – in Aachen auf die Welt gekommen. Voller Hoffnung. Deshalb haben die Tierpfleger sie so genannt. Doch dann wurde es im Tierpark dramatisch, schrieb damals die Aachener Zeitung. Obwohl die Mutter, Stute „Ramina“, zunächst instinktiv alles richtig gemacht habe.

Kurz drauf aber reagierte Ramina nervös und hektisch, stand beim Stillen nicht still. Und das, obwohl man der Stute ein sogenanntes „Kuschel-Hormon“ gespritzt hatte, um ihre Mutterliebe ein wenig zu stimulieren. Doch der Milchtransfer reichte nicht, die Trinkintervalle waren zu selten und zu kurz.

Sechs Extra-Mahlzeiten pro Tag

Tierpfleger im Aachener Tierpark päppelten die kaum zwölf Kilogramm leichte Hope daraufhin mit der Milchflasche auf. Hope erhielt sechs Extra-Mahlzeiten pro Tag. Milliliter für Milliliter wurde dem kleinen Zebra die Milch eingeflößt, die man auch zur Pferdefohlenaufzucht verwendet. Für die Tierpfleger war es eine Gedulds- und Nervenprobe. Immerhin jeweils rund ein halber Liter pro Mahlzeit musste in Hope hinein, weil die Ersatzmilch nicht so nährstoffreich wie reine Muttermilch ist. Die Tierpfleger waren erleichtert, als Hope über den Berg war und anfing, etwas Heu und Stroh und ein paar Möhrenkrümel zu knabbern.

Heute hat Hope beste Chancen, einmal an die 375 Kilogramm Gewicht zu kommen, wie die ausgewachsenen Zebras aus dem afrikanischen Grasland, auch „Böhm-Steppenzebras“ genannt. Jetzt gilt es erst einmal für die Tierpfleger im Dortmunder Zoo, Hope mit den beiden Stuten Serengeti und Frigga zusammenzuführen. Irgendwann soll auch wieder ein Hengst zur Gruppe kommen.

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