Theater in Dortmund: Neustart für einen Bruchteil der Zuschauer

mlzHygiene-Konzepte

Bald geht es für kleine Theater wieder los. Die Betreiber können es kaum erwarten, dass es auf der Bühne wieder losgehen kann – doch der Neustart bringt auch Probleme mit sich.

Dortmund

, 13.05.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kleine Theater dürfen in NRW bald wieder starten. Im Zuge der Lockerungen der Corona-Schutzverordnung dürfen sie ab dem 30. Mai (Samstag) wieder Vorstellungen anbieten.

„Wir freuen uns wie Bolle“, sagt Horst Hanke-Lindemann, Leiter des Fletch Bizzel. „Das Publikum muss wieder rein ins Theater und die Künstler zurück auf die Bühne.“

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Wie genau die Auflagen für Vorstellungen aussehen, stehe seitens des Landes noch nicht fest. Ein paar Parameter gibt es: Abstandsregeln, Steuerung der Wege, Mundschutz.

Nur 40 statt 170 Zuschauer

„Ich bitte alle Zuschauer, mit Mundschutz zu kommen. Am Platz kann die Maske dann abgenommen werden – ähnlich wie in den Restaurants“, sagt Hanke-Lindemann. Der Infektionsschutz sei ihm „heilig“.

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Normalerweise bietet das Fletch Bizzel Platz für 120 Zuschauer - bei manchen Veranstaltungen sogar für 170. Um die Mindestabstände einhalten zu können, werden es zunächst jedoch maximal 40 möglich sein.

Aber:„Besser nur 40, als gar nicht“, sagt der Leiter. „Der Spirit muss zurück ins Haus“, wählt er die Worte eines wahren Künstlers.

Erste Vorstellung am 3. Juni geplant

Für diesen „Spirit“ könne er auch verkraften, dass das Theater zunächst wohl kaum Gewinne einfahren werde. Trotz reduzierten Zuschauerzahlen bleiben die eigenen Kosten die gleichen – finanziell werde das schwierig, sagt Hanke-Lindemann.

Durch Subventionen und dadurch, dass er die Löhne von fünf Angestellten für zwei Monate auf Kurzarbeit heruntergefahren habe, zeigt er sich aber optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass wir das schaffen.“

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Bis zum Hebst werde man zunächst nur Solo- und Duo-Shows zeigen können, damit auch der Abstand auf der Bühne gewahrt werden könne, sagt er. Mit der ersten Vorstellung plant er am 3. Juni – einer Improvisationsshow.

„Sonst verfallen wir in totale Depression“

Der Leiter des Roto-Theaters, Rüdiger Trappmann, wählt drastische Worte: „Uns ist es wichtig, dass wir wieder spielen können, sonst verfallen wir in eine totale Depression. Wir müssen zurück auf die Bühne.“

Auch er ist sich am Dienstagmittag (12.5.) noch nicht sicher, wie die Hygiene-Konzepte genau auszusehen haben. Allerdings habe das Roto-Theater schon alles erfüllt, was da potenziell kommen möge, meint Trappmann.

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Das Theater habe etwa für die Gläser eine Spülmaschine bestellt. Darüber hinaus habe man Desinfektionsmittel und Wege-Kennzeichnungen besorgt.

Roto-Theater will am 6. Juni starten

In das Roto-Theater werden nur 28 statt der üblichen maximal 72 Zuschauer kommen können, sagt Trappmann. Auch hier wird es zunächst kein Programm geben, bei dem viele Menschen auf der Bühne stehen.

Die erste Vorstellung soll ein Stück von Theodor Fontane am 6. Juni sein. Einen Vorverkauf gibt es dafür aktuell noch nicht.

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Doch eine große Sorge hat Rüdiger Trappmann für die erste Vorstellung: Das Publikum im Roto-Theater sei in der Regel höheren Alters. Deshalb wisse er nicht, ob überhaupt jemand kommt, da alle Angst vor einer Infektion haben könnten. „Aber das werden wir spätestens am 6. Juni sehen.“

Naturbühne noch weit von Öffnung entfernt

Während das Fletch Bizzel und das Roto-Theater schon einige Maßnahmen getroffen haben und die Rückkehr auf die Bühne kaum erwarten können, ist man an der Naturbühne Hohensyburg noch weit davon entfernt.

„Wir hoffen, dass wir im September wieder starten können“, sagt die Vorsitzende Elke Eitner. Man wisse noch nicht, wie das Hygiene-Konzept an der Naturbühne aussehen könne.

Auch habe die Naturbühne häufig Stücke mit vielen Personen und vielen Kindern auf der Bühne. Die seien derzeit nicht möglich. „Wir müssen uns erstmal klar werden, wie wir das hinbekommen“, sagt Eitner.

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