„Preisverdächtig“: Ein Paar stellt die Gemeinschaft über die eigenen Interessen

mlzAusgezeichnetes Ehrenamt

Mit dem Franz-Austermann-Preis honoriert die CDU Hombruch ehrenamtliches Engagement im Stadtteil. Im September bekommt ein Paar die Auszeichnung für eine ganz besondere Verantwortung.

Hombruch

, 20.08.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Franz Austermann war CDU-Sozialpolitiker und Vorsitzender der Hombrucher Ortsunion. Er verstarb 1972. Seit 1981 erinnert ein Ehrenamts-Preis an den früheren stellvertretenden Bezirksbürgermeister. Am 6. September verleiht die Hombrucher CDU den Preis zum 16. Mal. Sie honoriert in diesem Jahr das besondere ehrenamtliche Engagement von Norbert Baack und Christel Gurski.

Baack und Gurski engagieren sich im Vorstand der Ortsgruppe Hombruch-Barop des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV): Norbert Baack als Vorsitzender, Christel Gurski als 1. Kassiererin. Sie repräsentieren stellvertretend die ehrenamtlichen Männer und Frauen im Vorstand des SGV. In Persona stehen sie aber auch für ein Engagement, das Verantwortung und Gemeinwohl vor eigene Interessen stellt.

Ausgezeichnete Repräsentanten des Ehrenamts

„Der SGV Hombruch-Barop feiert in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen“, erklärt Hans Semmler, Ehrenvorsitzender der Hombrucher Ortsunion, im Gespräch mit dieser Redaktion. „Seit seinem Bestehen hat der SGV immer vielen Menschen das Wandern, die Natur und sicherlich auch die Geselligkeit nahe gebracht.“

Norbert Baack und Christel Gurski sind geradezu im doppelten Sinn „ausgezeichnete“ Repräsentanten. 50 Mitglieder zählt die Ortsgruppe des SGV, 100 waren es einmal. „Erfahrungsgemäß kommen die Leute zu uns, wenn sie in Rente gehen“, sagt Baack. „So sind auch wir zum SGV gekommen und gehen jetzt jeden Sonntag wandern.“

Eine Entscheidung für die Gemeinschaft im SGV

2011 war das. Ein Jahr später wählten die Mitglieder Baack zum 1. Kassierer in den Vorstand. Als dann ein weiteres Jahr später der damalige Vorsitzende gesundheitsbedingt das Handtuch werfen musste, übernahm Baack die Verantwortung. Seine Frau Christel Gurski verantwortet seitdem die Finanzen. Eine Entscheidung für die Gemeinschaft und Ergebnis intensiver Beratungen im heimischen Wohnzimmer.

„Wenn es nicht so viele ehrenamtlich Tätige gibt, würde ein großer Teil unserer Gesellschaft wegbrechen“, sagt Hans Semmler. Jetzt sei der SGV auch mal dran, den Preis zu bekommen. Vorsitzender Stephan Harkort untersteicht das. „Wir hoffen, dass Sie das Geld gut in die Vereinsarbeit investieren können.“ Alle zwei Jahre vergibt die CDU Hombruch den mit 500 Euro dotierten Franz-Austermann-Preis.

Mit rund 20 Wanderbegeisterten begeben sich Baack und Gurski jeden Sonntag in die Natur. Wohl auch, weil die ältesten Teilnehmer schon über 80 Jahre alt sind, ist die Stecke nur noch 12 bis 15 Kilometer lang. An- und Abfahrt erfolgt in der Regel mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zehn SGV-Mitglieder starten im Herbst zu einer Wanderwoche an die Mosel. „Und beim Deutschen Wandertag in Schmallenberg waren wir auch“, sagt Christel Gurski nicht ohne Stolz.

Preisverleihung am 6. September

Die Vereinsarbeit umfasst aber mehr. Alle zwei Wochen trifft sich der SGV Hombruch-Barop zum Vereinsabend. Hinzu kommen Termine in der Zentrale des Sauerländischen Gebirgsvereins in Arnsberg. Ehrenamt bedeutet Zeitaufwand. Norbert Baack und Christel Gurski macht der aber sichtlich Freude.

„Die Gemeinschaft spielt eine entscheidende Rolle“, sagt Hans Semmler. Für den Ehrenvorsitzenden der Ortsunion ist der Franz-Austermann-Preis „eine Herzensangelegenheit“. Die Verleihung findet am 6. September (Freitag) um 19 Uhr im SGV-Vereinslokal „Haus Puschnik“, Grotenbachstraße 68, statt. Die Preisverleihung ist öffentlich. Die Festansprache hält Bürgermeister Manfred Sauer. Hans Semmler erinnert an den Namensgeber des Ehrenamtspreises.

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