Noch ein E-Zigaretten-Shop für Dortmund – Warum gibt es so viele davon?

mlzNeueröffnung in der City

Geschäfte für E-Zigaretten sprießen an jeder Ecke aus dem Boden. Jetzt eröffnet ein weiterer Laden in der City. Das steckt hinter dem E-Zigaretten-Hype.

Dortmund

, 30.10.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Marlboro-Mann hat der moderne Raucher eigentlich nicht mehr viel zu tun. Zumindest kann man sich den freiheitsliebenden Cowboy aus der Werbung nicht unbedingt mit einer elektronischen Metall-Zigarette in der Hand vorstellen, deren Dampf seine Umwelt in Wolken hüllt – die dann auch noch wahlweise nach Zuckerwatte oder Erdbeer-Milchshake riechen.

Nichtsdestotrotz boomt der Markt mit den E-Zigaretten. Der Verband des E-Zigarettenhandels geht momentan von einem Wachstum von 20 bis 25 Prozent aus, der Umsatz soll bei über 600 Millionen Euro im Jahr liegen.

Auch in Dortmund breitet sich der Trend aus. Ein rundes Dutzend E-Zigaretten-Shops gibt es in Dortmund mittlerweile, viele davon in der City und in den Innenstadt-Vierteln.

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„Riccardo E-Zigaretten“ eröffnet im November

Am 8. November kommt ein weiterer hinzu: Der Online-Shop „Riccardo E-Zigaretten“ eröffnet dann einen „Offlinestore“ am Westenhellweg.

Das Ladenlokal an den Hausnummern 124-126, zwischen Kik und dem Waffenhandel „PW Store“, beherbergt dann einen 200 Quadratmeter großen Store mit Kaffeelounge und einer „Liquid-Bar“. Das berichtet Riccardo-Geschäftsführer Stefan Götz auf Nachfrage.

Liquids, die Flüssigkeiten, die in der E-Zigarette verdampft werden, gibt es mittlerweile in unendlichen Varianten. An der Liquid-Bar können die verschiedenen Sorten und Aromen getestet werden.

Die Riccardo-Filiale wird das sechste Geschäfte in oder in unmittelbarer Nähe der City sein, in dem ausschließlich Bedarf für E-Raucher verkauft wird. Hinzu kommen Kioske, Tabakläden und Shisha-Geschäfte, die ebenfalls häufig E-Raucher mit den Geräten und vor allem Liquids versorgen.

Ist der Bedarf an E-Zigaretten wirklich so hoch?

Trotz des Booms: Ist die Nachfrage nach E-Zigaretten und ihrem Zubehör so groß, dass sich sechs Geschäfte halten können, deren Produkte nicht nur recht ähnlich sind, sondern auch nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung genutzt werden?

Der Verband sagt Ja: „Die E-Zigarette ist ein beratungsintensives Produkt“, schreibt Horst Winkler, Pressesprecher des Verbands für E-Zigarettenhandel. Für den Konsumenten das passende Modell zu finden, klinge einfacher, als es in der Praxis sei, so der Verbandssprecher. Die vielen Filialen decken also nicht nur den Bedarf an Liquids und E-Zigaretten, sondern kommen auch der Nachfrage nach persönlicher Beratung nach.

Zudem werde, so Winkler, das Angebot an E-Zigaretten und Liquids immer größer – sprich: unüberschaubarer. Winkler: „Aufgrund dieses reichhaltigen Angebots gibt es kaum einen Shop, der wirklich alle Produkte in sein Sortiment aufnehmen kann.“ Somit könne es durchaus sein, dass der Konsument – selbst bei einer so umfangreichen Auswahl an Shops – nur in einem oder zwei Shops genau das Produkt findet, das er sucht.

Das sieht auch Riccardo-Geschäftsführer Götz so: „Die Vorteile des Stores sind die persönliche Beratung und die Möglichkeit, die Liquids auszuprobieren“, sagt er.

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Von Online- zum Offline-Geschäft

Dirk Rutenhofer, Vorsitzender des Cityrings, möchte diese Entwicklung nicht bewerten. „Wir unterstellen dem Unternehmer erst mal, dass er weiß, was er tut“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion.

Gleichwohl begrüße es der Cityring natürlich immer, wenn in einen Leerstand in der Innenstadt neues Leben zieht. Außerdem: Dass sich mit Riccardo ein Online-Händler offline und analog in einem Geschäft niederlasse, sei ebenfalls eine positive Entwicklung.

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