„Sind erstmal gerettet“ - Noch kommt der Rekorder durch die Krise

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Die Corona-Krise geht auch am Verein Tonbande nicht vorbei. Er betreibt die Kulturorte Rekorder und Rekorder II in der Nordstadt - und befürchtet Folgen für das ganze Dortmunder Nachtleben.

Hafen

, 20.05.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unter den vielen Branchen, die in der Corona-Krise ums Überleben kämpfen, gehören Orte für Konzerte und Kultur weiterhin zu den großen Verlierern. Sie müssen improvisieren, um zu überleben. Die Tonbande betreibt gleich zwei solcher Orte in der Nordstadt.

Die Tonbande, Künstlerkollektiv und Verein, ist verantwortlich für den Rekorder in der Gneisenaustraße und den Rekorder II in der Scharnhorststraße. Während das eine seit 2013 ein Ort für Konzerte, Lesungen, Partys, Quizabende und Vinylstammtische ist, ist das andere seit 2017 vor allem ein Ort, an dem die kreative Arbeit an sich ein Zuhause hat.

Beide Orte sind wegen der Corona-Beschränkungen geschlossen - und niemand weiß, wie lange das noch so bleiben wird.

„Dann müssen wir uns etwas einfallen lassen“

Frederik Schreiber ist als Rapper Schlakks bekannt und Mitglied der Tonbande. „Wenn wir zum Ende des Sommers hin wieder irgendwann langsam in den Normalbetrieb übergehen können, werden wir das überstehen“, erklärt er auf Anfrage dieser Redaktion: „Wenn nicht, müssen wir uns etwas einfallen lassen.“

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Die Schließung habe dafür gesorgt, dass sämtliche finanzielle Einnahmen ausbleiben, gleichzeitig die Fixkosten weiterlaufen. „Das hat uns in Bedrängnis gebracht“, so Schreiber.

Unterstützung hat es in den vergangenen Wochen - und mittlerweile Monaten - aber gleich von mehreren Stellen gegeben.

„Wir haben sowohl von städtischer Seite etwas Support bekommen als auch von unseren großartigen Supportern und Supporterinnen und Stammgästen mittels einer Spendenaktion einige Verluste auffangen können“, so Schreiber. „Das hat uns erstmal gerettet!“

Frederik Schreiber a.k.a. Schlakks von der Tonbande im Sommer 2017 vor dem Rekorder II.

Frederik Schreiber a.k.a. Schlakks von der Tonbande im Sommer 2017 vor dem Rekorder II. © Oliver Schaper (Archiv)

Die Ungewissheit bereitet weitere Probleme: „Derzeit“, so Schreiber, „ist bei einem Club wie unserem mit einer so geringen Quadratmeterzahl noch nicht ans Öffnen zu denken“.

Gut möglich, dass viele Läden schließen müssen

Auf die Frage, welche Folgen er für den Rekorder und das gesamte Dortmunder Nachtleben befürchte, antwortet Schreiber: „Das ist natürlich sehr spekulativ, da wir nicht wissen wie lange das alles geht. Aber wir gehen schon davon aus, dass es nachhaltige Folgeerscheinungen gibt, der eh schon stark angeknackste Kultursektor steht nach der Krise sicher noch schlechter da und auf noch unsicheren Beinen.“

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Es sei auch zu befürchten, dass mehrere Läden in Dortmund die Krise nicht überstehen werden. Es sei extrem wichtig, die Fahne für die Kultur als existentiellen Teil des gesellschaftlichen Lebens hoch zu halten - „sonst wollen wir 2021 zwar alle feiern gehen, aber niemand weiß wo“.

Regelmäßig hat der Rekorder zuletzt Konzerte gestreamt. Die seien aber kein Ersatz für Live-Musik heißt es in einem Facebook-Post: „Der Ausnahmezustand ist keiner, in dem wir uns gerne einrichten wollen.“

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