Coronavirus-Test: Gesundheitsamt macht ab sofort Hausbesuche

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Das Gesundheitsamt war bislang erste Anlaufstelle für Coronavirus-Tests. Damit ist jetzt Schluss. Nun sind die Tests anders organisiert. Und für bestimmte Personen gibt es ein neues Angebot.

Dortmund

, 27.03.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum Abschluss war der Andrang noch einmal groß: 78 Dortmunder ließen bei sich am Donnerstag (26.3.) im Gesundheitsamt Abstriche vornehmen, um sich auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus testen zu lassen. Ab diesem Freitag ist die Teststelle im Gebäude am Hohen Wall geschlossen.

Lange Schlangen bildeten sich teilweise an der Diagnostikstelle am Gesundheitsamt. Sie ist nun geschlossen.

Lange Schlangen bildeten sich teilweise an der Diagnostikstelle am Gesundheitsamt. Sie ist nun geschlossen. © Nick Kaspers

„Ab sofort steht ausschließlich die zentrale Diagnostikstelle am Klinikum Nord für alle Corona-Tests zur Verfügung“, erklärt die Stadt. Hier kann man auch ohne telefonische Anmeldung getestet werden. Und auch die Voraussetzungen für Abstriche sind gelockert worden.

Bislang war es nötig, neben typischen Corona-Symptomen wie Husten und Fieber auch unmittelbaren Kontakt zu Risikogebieten etwa in Italien oder Österreich gehabt zu haben. Inzwischen reicht es, wenn man typische Corona-Symptome hat.

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Nach der Lockerung der Voraussetzungen ist denn auch der Andrang deutlich gestiegen. Nachdem sich in den ersten Tagen dieser Woche im Schnitt 130 bis 150 Menschen testen ließen, waren es an diesem Donnerstag 220 - davon 142 im Diagnostikzentrum am Klinikum Nord.

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Dort kam es deshalb zuletzt vermehrt zu sehr langen Wartezeiten. Auch dazu hoffen Gesundheitsamt und die Kassenärztliche Vereinigung, die das Diagnostikzentrum gemeinsam organisieren, eine Lösung gefunden zu haben.

„Ab morgen wird es zwei Reihen statt einer Reihe geben“, kündigt Stadtsprecherin Anke Widow an. „Eine Reihe ist denen vorbehalten, die ausschließlich zum Abstrich kommen. Die andere ist für die Patientinnen und Patienten gedacht, die außer einem Test auch einen Arztkontakt wünschen.“

Warteschlangen nicht zu vermeiden

Auch personell wird die Diagnostikstelle verstärkt. Ab Freitag sind zwei Teams der privaten Reinoldus Rettungsdienst gGmbH im Einsatz, um Tests vorzunehmen. Trotzdem werden sich Wartezeiten wohl auch künftig nicht vermeiden lassen. Deshalb sollte man sich kleidungstechnisch darauf einstellen, rät die Stadt.

Geöffnet ist die Diagnostikstelle mit Zufahrt von der Beethovenstraße nun wochentags von 8.30 bis 19 Uhr und am Wochenende von 10 bis 15 Uhr. Wer sich testen lassen möchte, sollte die Krankenversicherten-Karte und den Personalausweis mitbringen.

Tests bei Erkrankten vor Ort

Für die Schließung der Teststelle im Gesundheitsamt nennt die Stadt organisatorische Gründe. Aber es gibt ein Ersatz. Denn das Gesundheitsamt bietet nun auch Hausbesuche: Die bislang in der Teststelle eingesetzten Mitarbeiter des Gesundheitsamtes werden ab sofort Proben bei Personen mit Symptomen vor Ort nehmen, die nicht selbst zu den Abstrich-Stellen kommen können. Davon sollen vor allem ältere Menschen profitieren, heißt es.

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