OB zeigte Gastfreundschaft für RB-Leipzig-Fans

Empfang im Rathaus

Es sollte "eine Geste der Gastfreundschaft und der Verzeihung sein", sagte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Vor dem Bundesliga-Spiel des BVB gegen RB Leipzig empfing er im Rathaus Leipziger Fans, die im Februar Opfer von Fan-Attacken in Dortmund waren. Doch es wurden bei den Gesprächen nicht nur Nettigkeiten ausgetauscht.

DORTMUND

, 14.10.2017, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
OB zeigte Gastfreundschaft für RB-Leipzig-Fans

Oberbürgermeister Ullrich Sierau (3.v.r.) im Gespräch mit Fans von RB Leipzig.

Zehn Fans des RB Leipzig, die nach den Fan-Attacken im Februar Anzeige erstattet hatten, hatte Oberbürgermeister Ullrich Sierau ins Rathaus eingeladen. Acht waren nach Dortmund gekommen. Beim Empfang drei Stunden vor dem BVB-Heimspiel gegen die Leipziger gab es klare Worte. "Sie sind im Februar Opfer eines Gewaltexzesses geworden, der überhaupt gar nicht geht und absolut inakzeptabel ist“, sagte Dortmunds OB Ullrich Sierau.

BVB-Schatzmeister Reinhold Lunow sagte, auch er habe als Fußball-Traditionalist seine Probleme mit Vereinsmodellen wie RB Leipzig oder Hoffenheim. "Leute, die Steine auf friedliche Fußball-Fans, Frauen und Kinder schmeißen, sind aber keine Borussen, das sind Gewalttäter und Kriminelle“, stellt Lunow klar. Es sei "pervers und aberwitzig" Gewalt anzuwenden, mit der Begründung, man wolle den Fußball bewahren. 

Für die Fan- und Förderabteilung des BVB drückte Torsten Schild das Bedauern über die Vorkommnisse im Februar aus. Ein derber Ton gehöre zum Fußball, „aber man darf nicht die Grenze zur Gewalt und zur persönlichen Diffamierung überschreiben.“ Er wehrte sich aber auch deutlich gegen pauschale Verurteilungen der BVB-Fans als Gewalttäter. 

BVB-Fans in Leipzig

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung machte deutlich, welche Rolle der Fußball in Leipzig spiele - in der Stadt, aus der mit dem VfB Leipzig 1903 der erste deutsche Fußballmeister kam. Dass nun wieder Spitzenfußball stattfinde, sei für Leipzig "wie ein Sechser im Lotto". "Die Menschen sind sehr glücklich, endliche wieder Fußball zu erleben." Im Übrigen gebe es in Leipzig aber auch sehr viele BVB-Fans. 

Bei den Gesprächen im Rathaus schilderten die RBL-Fans wieder und wieder ihre Erlebnisse im Februar. Er sei mit der Familie im Fanzug angereist, berichtete Leipzig-Fan Manfred. "Wir sind sofort extrem überfallen worden. Wir mussten die Kinder schützen. Die haben sich hinter Bäumen versteckt, um nicht von Steinen getroffen zu werden. Meine Frau hat einen Stein ans Schienbein bekommen", erzählte er. "Es war wirklich heftig."

Trotzdem habe er nicht lange gezögert, gemeinsam mit seiner Frau Gisela die Einladung nach Dortmund anzunehmen. "Das ist eine gute Geste", stellte er mit Blick auf den OB-Empfang fest.

 

 

 

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