Obwohl Touristen wieder in Hotels dürfen: „Es bleibt dramatisch“

mlzCoronavirus

Dass Hotels wieder für Touristen öffnen dürfen, hilft den Dortmunder Hoteliers nur bedingt. Wegen anderer Corona-Einschränkungen bricht ihnen weiter der Großteil ihrer Einnahmen weg.

Dortmund

, 09.05.2020, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bald dürfen Dortmunds Hotels ihre Zimmer wieder für Touristen öffnen. Das ist eine gute Nachricht für die Hoteliers. Gleichzeitig gibt es aber an anderen Stellen so viele Einschränkungen, dass sie es vermutlich noch sehr lange sehr schwer haben werden: keine großen Messen, keine großen Hochzeiten, keine Fußball-Fans.

Die kürzlich verkündeten Lockerungen jedenfalls regeln schon einmal, dass Hotels in Nordrhein-Westfalen ab dem 18. Mai wieder für Touristen öffnen dürfen. „Die Situation ist noch immer dramatisch und wird es wohl auch bleiben“, sagt Katja Kortmann, stellvertretende Direktorin des inhabergeführten Hotel Esplanade in der Innenstadt.

Jetzt lesen

„Wir haben noch immer nicht geöffnet“, so Kortmann. „Unser Telefon klingelt nur drei Mal am Tag.“ Die Dortmunder Hotels lebten vor allem von Geschäftsreisenden, doch Unternehmen verzichteten laut Kortmann in der Corona-Krise darauf, ihre Mitarbeiter quer durch die Republik zu schicken.

Ob sich der Hotelbetrieb lohnt, bleibt abzuwarten

Deswegen ist das Esplanade geschlossen, obwohl es für Geschäftsreisende eigentlich geöffnet haben dürfte. Kortmann rechnet nicht vor September mit einer Entspannung in der Branche. „Selbst dann wird es sich aber nicht auf Vorjahresniveau einpendeln.“ Damit sie das Esplanade wieder öffnet, müsse sich der Betrieb aber auch lohnen. „Sonst bringt es nichts.“

So wie in den anderen Hotels mussten auch die Mitarbeiter des Parkhotels Wittekindshof an der B1 in Kurzarbeit gehen. „Der März und April waren die schlimmsten Monate überhaupt“, sagt Direktor Michael Hövel.

„Unser Telefon klingelt nur drei Mal am Tag“
Katja Kortmann vom Hotel Esplanade

Der Parkplatz am Parkhotel ist am Freitagmittag quasi leer. Bis Ende April seien die Buchungen quasi bei null gewesen, Geschäftsreisende kämen erst wieder seit dem 27. April.

Den Wittekindshof will er auch wieder für Touristen öffnen, sobald er die genauen Vorgaben kennt und weiß, wie er sie umzusetzen hat. Ein Problem bleibt aber: „Wir machen den Großteil unseres Umsatzes über das Restaurant, Feiern und Tagungen“, so Hövel.

Das Parkhotel Wittekindshof an der B1 in Dortmund

Das Parkhotel Wittekindshof an der B1 darf bald auch wieder Touristen begrüßen. Große Feiern und Tagungen bleiben aber weiterhin nicht möglich. © Michael Nickel

Immerhin: Laut der Landesregierung sollen „kleine begrenzte Meeting-Formate“ ab dem 11. Mai wieder möglich sein. Große Hochzeitsfeiern oder Geburtstagspartys wird es vorerst aber nicht geben.

Messen und Tagungen sorgen eigentlich für 90 Prozent Umsatz

Das Hotel Drees will öffnen, „sobald es wieder möglich ist“, wie Geschäftsführer Markus Riepe erklärt. Das Restaurant werde schon ab Montag (11.5.) wieder geöffnet. Die Haupteinnahmequellen des Hotels brächten aber Tagungen und Messen - sie sorgen für bis zu 90 Prozent des Umsatzes.

Für Sandra Karpati waren die vergangenen Wochen „wirtschaftlich eine Katastrophe - das muss man nicht schönreden“. Zusammen mit ihrem Mann Attila führt sie das Hotel-Restaurant Lennhof.

Essen haben sie und ihre Mitarbeiter zuletzt ausgeliefert, am Montag (11.5.) soll das Restaurant wieder öffnen, Anfang Juni geht auch der Hotelbetrieb wieder los. Für die Gäste hat das Team schon mal ein Willkommensvideo bei Facebook veröffentlicht.

Zu schaffen mache ihr vor allem die Ungewissheit darüber, wann wieder was möglich ist. „Wir leben von Feiern. Ich weiß gar nicht, was ich meinen Brautpaaren sagen soll“, sagt Sandra Karpati. Zudem bedeuten die Geisterspiele in der Bundesliga, dass zu BVB-Spielen keine Fans nach Dortmund kommen, die hier auch übernachten.

Jetzt lesen

Auf etwas andere Weise ist das Radisson Blu am Westfalenpark auf Fußball spezialisiert. Hier kommen häufig die Gästeteams der Borussia unter, der FC Barcelona und Paris St. Germain übernachteten hier mit Messi, Neymar und Co.

„Wie die ganze Branche ist auch unser Hotel deutlich von der Covid-19-Krise betroffen“, erklärt Hotel-Managerin Nicole Langenberg-Sohn. Ab dem 21. Mai will das Radisson Blu auch wieder für Privatreisende öffnen, mit dem geplanten Hygienekonzept sei man darauf bestens vorbereitet.

Lesen Sie jetzt