Vor dem Metro-Markt an der Brackeler Straße gab es am Samstag (12.12.) lange Schlangen. © Oliver Schaper
Großhändler

Öffnung für Privatleute: Klaut Metro Dortmunds Supermärkten die Kunden?

Seit November sind die Metro-Filialen für private Kunden geöffnet, jüngst wurde die Aktion bis Ende Januar verlängert. Gehen wegen dem beliebten Angebot weniger Dortmunder in normale Supermärkte?

Der Parkplatz des Metro-Marktes an der Brackeler Straße war am Samstag (12.12.) bis auf den letzten Platz gefüllt, vor dem Eingang standen die Kunden Schlange. Gut und gerne 15 Minuten dauerte es, bis man den Markt betreten konnte.

Gastronomie, Hoteliers oder andere Gewerbetreibende – so setzt sich die Kundschaft in der Metro normalerweise zusammen. Seit November ist dies aber anders. Denn seitdem dürfen auch private Kunden ihren Einkauf beim Großhändler erledigen.

Ein Angebot, das offensichtlich mehr als gut angenommen wird. Viele Dortmunder hoffen offenbar auf günstigere Preise beim Großhändler. Und auch für die Metro scheint es ein lohnendes Geschäft.

Zwar äußert sich das Unternehmen nicht dazu, wie sich die Öffnung für Privatkunden auf die eigene Kundenfrequenz und den Umsatz auswirkt. Doch erst jüngst wurde die ursprünglich nur bis Ende November geltende Regelung bis Ende Januar verlängert.

Das Unternehmen erweitert seinen Kundenkreis. Denn durch den Teil-Lockdown ist insbesondere die Gastronomie stark eingeschränkt, es fallen dem Großhandel also gegebenenfalls Teile seines angestammten Kundenkreises weg. Trotzdem betont Metro, dass der Fokus auf die „gewerbetreibenden Kernkunden“ nicht verloren gehe.

Metro: entzerren das trubelige Weihnachtsgeschäft

Darüber hinaus leiste man mit der Öffnung für Privatkunden auch einen Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, heißt es von der Metro. Man helfe, den üblichen Trubel beim Weihnachtseinkauf zu entzerren.

„In schwierigen Zeiten kommt Metro seiner gesellschaftlichen Verantwortung als Lebensmittelhändler nach, allen Menschen die Chance eines sicheren Einkaufs zu geben“, heißt es von einem Sprecher des Unternehmens. Denn die Großmärkte bieten „weiträumige Verkaufsflächen und höchste Hygiene- und Reinigungsstandards“.

Weniger Kundschaft in anderen Supermärkten?

Bleibt durch diese Regelung aber nun den anderen Supermärkten die Kundschaft aus? Bei der neuen Metro-Konkurrenz gibt man sich gelassen. „Für uns ist das nicht relevant“, heißt es dazu etwa von der Marktleitung des Edeka Patzer an der Eichwaldstraße in Dortmund-Wickede. „Uns bleiben die Kunden nicht weg, das ist bei uns also nicht präsent.“

Die Marktleiterin vermutet, dass Kunden zur Metro fahren, wenn sie auf der Suche nach ganz speziellen Produkten sind „oder Produkte in Übergröße zum Beispiel. Das wirkt sich daher nicht auf unser Geschäft aus.“

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