Ohne diese Menschen gäbe es diese fünf Dinge nicht im Hörder Stadtbild

mlzHörder Geschichte

Der Heimatverein wird 30 Jahre alt. Ein Grund zum Feiern, denn ohne diesen Verein wäre ein großer Teil der Hörder Geschichte verschwunden. Wir stellen die imposantesten Projekte vor.

Hörde

, 25.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Es ist unmöglich, alles aufzuzählen, was der Verein zur Förderung der Heimatpflege e.V., kurz Heimatverein, in den vergangenen 30 Jahren auf die Beine gestellt hat. Und viele Hörder werden auch nicht so recht wissen, was im Schatten der Hörder Burg so alles bewegt wurde und noch bewegt wird. Die vielen „Aaahs“ und „Ooohs“, wenn sich die Phoenix-See-Touristen für ein Selfie vor die alte Thomasbirne stellen. Das funktioniert nur deshalb, weil die Mitglieder des Heimatvereins für das Relikt aus vergangenen Stahlwerktagen gekämpft haben.

Begonnen hat alles mit einem Festkomitee

Begonnen hat die Geschichte des heutigen Heimatvereins 1989. Als Festkomitee für die bevorstehenden 650-Jahrfeier der Hörder Stadtrechte. Ein Grüppchen um Hans Jürgen Freundlieb, Karl Stein und Friedrich Zinnhardt hatte sich gebildet, um das historische Fest über die Bühne zu bringen. Der große Erfolg machte Lust auf mehr und so ging es los mit dem Hörder Heimatverein.

Der sorgte in den folgenden Jahren für Vorträge, Führungen und Filme, um nur einige der zahlreichen Aktivitäten zu nennen. Es gab Kooperationen mit Schulen und Universitäten und es wurde gesammelt - alles, was die Hörder Geschichte hergab und hergibt. Das sind die fünf Dinge, die aus dem Hörder Stadtbild nicht mehr wegzudenken sind:

Das Heimatmuseum

Ohne diese Menschen gäbe es diese fünf Dinge nicht im Hörder Stadtbild

Die Eingangstür zum Hörder Heimatmuseum. © Jörg Bauerfeld

Das Heimatmuseum wurde 2002 aufgebaut, erst mit zusätzlichen Nutzungsräumen in der alten Hörder Burg und mit Ausstellungsräumen in einem der Nebengebäude. Mit dem Umbau der Burg zur Sparkassenakademie begann der Umzug. Seit 2015 hat das Museum seine Räume an der Hörder Burgstraße. Es gibt unendlich viel über die Hörder Stahlgeschichte zu lernen: Vom alten Piepenstock im Jahr 1852 bis hin zur Demontage des Werkes im Jahr 2001. Neben der Stahlgeschichte gibt es aber im Museum auch einen Raum für den Bergbau und eine Küche, so wie sie wohl früher einmal in zahlreichen Hörder Arbeiterwohnungen gestanden hat. Regelmäßige Öffnung des Museums: jeden 1. Donnerstag im Monat von 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die Hörder Thomasbirne

Ohne diese Menschen gäbe es diese fünf Dinge nicht im Hörder Stadtbild

Die Thomasbirne auf der Kulturinsel. Der genietete Koloss ist ein Überbleibsel der Stahlindustrie. © Jörg Bauerfeld

Blut, Schweiß und Tränen. Dazu eine Menge Vitamin B, Hartnäckigkeit und Durchsetzungsvermögen - und am Ende stand ein Stück Hörder Geschichte auf der Kulturinsel im Phoenix-See. Das gewaltige Überbleibsel zu retten war ein Kraftakt für den Verein. Vom ehemaligen Stahlwerkgelände wird der Koloss 2001 an die Faßstraße gesetzt und 2002 der Hörder Bevölkerung übergeben. Über den weiteren Verbleib scheiden sich dann die Geister. Die Stadt will die Birne 2010 zu einem Drittel im Phoenix-See versenken, was der Vorsitzende des Heimatvereins, Willi Garth, kurz mit, „nur über meine Leiche“, kommentiert. Da das keiner wollte, wird die Thomasbirne schließlich durch das noch trockene Seebett zur heutigen Kulturinsel gebracht.

Die Ausgrabungen vor der Burg

Ohne diese Menschen gäbe es diese fünf Dinge nicht im Hörder Stadtbild

Die Ausgrabungen vor der Hörder Burg. Auch die sind dank des Heimatvereins erhalten. © Jörg Bauerfeld

2008 gab es während der Umbauarbeiten an der Hörder Burg zahlreiche Ausgrabungen. Dabei kamen auch Überreste aus der Zeit Conrad von der Mark aus dem 13. Jahrhundert zutage. Die Spuren der mittelalterlichen Burg sind mittlerweile als Bodendenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen. Dass diese mittelalterlichen Überreste nun für alle sichtbar geblieben sind, ist ein weiterer Verdienst des Heimatvereins.

Die Brammen

Ohne diese Menschen gäbe es diese fünf Dinge nicht im Hörder Stadtbild

Die Brammen am Südufer der Phoenix-Sees. © Jörg Bauerfeld

Eigentlich ein Zufall, dass die letzten Stahlbrammen (gegossenen Stahlblöcke), die das Hörder Werk „erschaffen“ hat, heute noch an der Südseite des Phoenix-Sees zu finden sind. Sie dienten einmal als Unterlage für die Thomasbirne, als diese noch an der Faßstraße stand. Bei deren Abtransport kamen sie wieder zutage. Die Mitglieder des Heimatvereins setzten sich energisch für den Erhalt und für einen repräsentativen Ort ein, den sie nun gefunden haben.

Die Schlackebrücke

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Die alte Schlackebrücke auf Phoenix-West. Ein einnaliges Brückenbauwerk. © Dieter Menne Dortmund

Das imposante Brückenbauwerk auf Phoenix-West sollte eigentlich abgerissen werden. Aber auch da grätschte der Heimatverein dazwischen. 2002 wurden die beiden Pfeiler 2002 unter Denkmalschutz gestellt. Ob das fehlende verbindende Brückenteil wieder hergestellt wird, steht aber noch nicht fest.

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