Oliver Kahn verrät das Geheimnis des Erfolgs

Bei Messe

Sieben Mal Deutscher Meister. Wie motiviert man sich für den achten Titel? „Die Kraft von innen“ ist für Torwartlegende Oliver Kahn das Geheimnis des Erfolgs. Wie das funktioniert, erklärte er am Mittwoch bei der DKM, der Fachmesse der Finanz- und Versicherungswirtschaft in den Westfalenhallen.

DORTMUND

von Von Bettina Kiwitt

, 27.10.2011, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Vortragssaal war brechend voll, selbst die Treppen von den Zuhörern in Beschlag genommen. Oli Kahn entschuldigte sich gleich zu Beginn, dass das Wort FC Bayern öfter fallen werde. „Ich weiß von früheren Aufenthalten in dieser wunderbaren Stadt, dass das gefährlich werden kann“, meinte er augenzwinkernd."Wer trotz Rückschlägen nicht aufgibt, kann Großes erreichen“ Um Erfolg zu haben, sei es wichtig eine Vision zu entwickeln. Seine Vision mit 18 sei für jemanden, „der damals bei einem mittelprächtigen Verein spielte, sehr bescheiden gewesen: Ich wollte der beste Torwart der Welt werden.“ Motivation, der Glaube an sich selbst, Hartnäckigkeit, sogar schon eine Besessenheit  seien wichtiger für den Erfolg als das reine Talent. „Und wer trotz Rückschlägen nicht aufgibt, kann Großes erreichen.“Champions-League-Desaster 1999 Das mit der Vision und den Rückschlägen hat man auch schon in den üblichen amerikanischen Erfolgsratgebern gelesen. Interessanter war der Vortrag immer dann, wenn Kahn von seinen persönlichen Erlebnissen erzählte, etwa dem Schicksalsjahr 1999, als sich München schon als Champions League-Sieger wähnte, doch dann in der Nachspielzeit zwei Tore von Manchester United einstecken musste und verlor. „Uli Hoeneß ist damals in die Kabine gekommen, hat sich auf die Massageliege gelegt und war zwei Stunden nicht ansprechbar.“Nichts an sich heranlassen, was Willenskraft schwächt Bereits ein paar Tage später habe sich Trainer Otmar Hitzfeld vor die Mannschaft gestellt und gefragt, „was könnt ihr daraus lernen, damit wir das nächste oder übernächste Mal gewinnen ?“Er selbst habe lernen müssen, nichts an sich heran zu lassen, was seine Willenskraft geschwächt hätte, sei es Kritik in den Medien oder die Scharmützel vor manchen Spielen, so Kahn. „Das darf keinen Zugang zum innersten Kern finden.“ Der ZDF-Fußballexperte gestand ein, dass für ihn die erste Deutsche Meisterschaft die größte Strahlkraft gehabt habe. Er habe aufpassen müssen, dass er nicht Opfer der Erfolgsfalle, zu satt wird. Wer dauerhaft Spitzenleistung bringen wolle, müsse dagegen ankämpfen, das gehe nicht ohne Disziplin.BVB lernt: "Hoppla, wir fangen wieder bei Null an"

Für vergangene Erfolge könne man sich nichts kaufen, man fange immer wieder neu an. Das habe auch der BVB lernen müssen. „Die letzte Saison lief perfekt“, Borussia sei sogar überraschend Deutscher Meister geworden. Doch mit Beginn dieser Saison sei alles schwieriger geworden. „Die sehr junge Mannschaft hat lernen müssen, hoppla, wir fangen wieder bei Null an.“ Jetzt laufe es wieder, selbst in der Champions League sei noch alles möglich, machte der 42-Jährige Hoffnung. Bei Oliver Kahn hat die Vision übrigens gewirkt: Er wurde dreimal zum besten Torwart der Welt gewählt. 

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