Orang-Utan-Junge Yenko erholt sich gut nach Amputation

Unterarm abgebissen

Anderthalb Wochen nach der schrecklichen Attacke von Orakel-Affe Walter geht es dem schwer verletzten Yenko erstaunlich gut. Der Orang-Utan-Junge erholt sich schnell von der gewalttätigen Amputation seines Unterarms, den Walter abgebissen hatte. Seinen Angreifer wird Yenko lange nicht mehr zu Gesicht bekommen.

BRÜNNINGHAUSEN

, 05.06.2014, 13:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Orang-Utan-Ziehkind Yenko mit Ersatzmama Toba - das Bild stammt aus der Zeit vor dem Angriff.

Orang-Utan-Ziehkind Yenko mit Ersatzmama Toba - das Bild stammt aus der Zeit vor dem Angriff.

Nur neun Tage später ist Yenko die Amputation erstaunlich wenig anzumerken, berichtet Osmann. Er will schon wieder klettern, gehe auch mal von seiner Ziehmutter Toba weg, benutzt den verstümmelten Arm, um sich Essen zum Mund zu führen.  Inzwischen soll das 3,5-Kilo-Kerlchen mit der Punkfrisur sogar schon eine Drohgebärde mit seinem Stummelarm gemacht haben. "Er ist ein kleiner Kämpfer", so Osmann. Verbunden ist der Arm schon lange nicht mehr: Zwar hatte Osmann die glatte, kaum blutende Wunde sofort nach dem Angriff in einer Notoperation unter Vollnarkose mehrschichtig vernäht und mit einem Druckverband umwickelt. Doch der Tierärztin klar war, "dass der Verband nicht lange drum bleibt. Die Orangs dulden so was nicht." Gut zwei Stunden später war Yenko wieder bei Toba. Dr. Osmann: "Die hat sich den Verband angesehen und ihn dann langsam und bedächtig wieder abgewickelt. Wie eine Krankenschwester."

Bis die Wunde verheilt ist, dauert es laut Osmann noch zwei bis drei Wochen. So lange werden Yenko und Toba noch von den anderen Affen isoliert. Danach könnten Yenko und Toba wieder mit Tobas zwei Töchtern zusammengeführt werden. In den nächsten Monaten werde man penibel darauf achten, dass sich die Gruppen von Yenko und Walter nicht zu nahe kommen, so Osmann. Ob es irgendwann eine Wiedervereinigung der Menschenaffen-Familie mit der Gruppe rund um Angreifer Walter geben wird, steht noch in den Sternen. Osmanns spontane, aber nicht endgültige Einschätzung: "Das wird nicht klappen!"

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