Ordnungsamt beendet Hochzeitsfeier in Dortmund wegen Corona-Verstößen

mlzViele Fälle in Hamm

In Hamm gelten neue Corona-Einschränkungen. Die Ursache dafür liegt auch in einer Dortmunder Hochzeitsfeier. Eine Veranstaltungshalle ist hier jetzt erneut negativ aufgefallen.

Dortmund

, 22.09.2020, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mittlerweile 99 Personen aus Hamm sind nach einer Hochzeitsfeier positiv auf das Coronavirus getestet worden. In Hamm gelten seit Montag (21.9.) etliche Verschärfungen der Infektionsschutzregeln. Die Hochzeit fand an drei Orten statt. Einer davon war eine Hochzeitshalle auf Dortmunder Gebiet.

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In Dortmund gibt es noch keine Infektionen, die auf dieses „Superspreading-Ereignis“ zurückgehen. Dennoch wirkt der Vorfall nach.

Das Dortmunder Ordnungsamt hat die betreffende Hochzeitshalle am Wochenende 19./20. September kontrolliert.

Mängel in Dortmunder Hochzeitshalle: Feier beendet

Dabei wurde am Freitag (19.9.) eine Veranstaltung vorzeitig durch das Ordnungsamt beendet.

Es wurden unter anderem Mängel bei der Rückverfolgbarkeit der anwesenden Personen festgestellt, so Stadtsprecher Maximilian Löchter. Den Betreiber der Halle erwartet jetzt ein Bußgeldverfahren. „Bei weiteren Kontrollen am 20. September wurden keine gravierenden Mängel mehr festgestellt“, sagt der Sprecher.

Der Betreiber sei bereits kurz nach Bekanntwerden des Ereignisses auf die Regelungen der Corona-Schutzverordnung zur maximalen Anzahl von 150 Gästen bei Hochzeitsfeiern und seine Verpflichtungen zur Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit der Adressen hingewiesen worden.

Am Wochenende sind in Dortmund auch weitere Hochzeitsfeiern von Mitarbeitern des Ordnungsamts begleitet worden. Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) kündigte an, dass alle Betreiber entsprechender Veranstaltungsorte noch einmal schriftlich zur Sensibilität ermahnt werden sollen.

OB Ullrich Sierau: „Situation ist nur noch in überschaubarem Umfang zu steuern.“

Sierau berichtete am Dienstag (22.9.) im Dortmunder Verwaltungsvorstand von Erfahrungen der Kontrollen, bei denen auf Adresslisten Fantasienamen wie „Superman“ oder „Tarzan und Jane“ aufgetaucht seien. Die Regelung, privat mit bis zu 150 Personen ohne Beschränkungen feiern zu dürfen, verführe zu Leichtsinn.

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„Aber wir können auch nur im Rahmen der Verhältnismäßigkeit in das Leben der Menschen eingreifen“, sagte Sierau. Das Beispiel der städteübergreifenden Feier in Hamm zeige, dass die Situation insgesamt „nur noch in überschaubarem Umfang zu steuern“ sei.

In Hamm gelten jetzt neue Corona-Beschränkungen

Die Stadt Hamm hat nach der hohen Zahl von positiven Tests und einem 7-Tage-Inzidenzwert von 70 neue Corona-Schutzmaßnahmen angeordnet.

So dürfen sich nur noch fünf Personen gemeinsam im öffentlichen Raum aufhalten. Die Maskenpflicht wurde erweitert – sie gilt unter anderem wieder im Schulunterricht. Private Feiern müssen ab 25 Gästen angemeldet werden. Weitere Städte wie Gelsenkirchen haben ähnliche Maßnahmen beschlossen.

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