Ostfriesische Gemeinde verlangte von Rentnerin Umzug zurück nach Dortmund

Coronavirus

Ulrike Kropp hat in Ostfriesland ein Haus gekauft, um dort ihre Rente zu verbringen. Nur wollte der Kreis Aurich sie offenbar erst nicht haben. Ein „Irrsinn der Woche“.

Dortmund

05.04.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vorstellung, die Rente am Meer zu verbringen, ist eine schöne. Der Horizont erlaubt einen gewissen Weitblick und das Rauschen der Wellen soll ja beruhigend wirken - nicht nur in Zeiten der Krise. Ulrike Kropp aus Dortmund hatte ihren Umzug nach Ostfriesland wohl schon lange vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie geplant. Doch der machte ihr zunächst einen Strich durch den Altersruhesitz.

In der Sendung „extra3“ des NDR erzählt die Ex-Dortmunderin, welche Hürden sie nehmen musste, um in Zeiten der Coronavirus-Krise ihren Erstwohnsitz nach Leezdorf im Kreis Aurich zu verlegen.

Zurück zum Erstwohnsitz

Ulrike Kropp, so heißt es in dem Beitrag, habe ein Haus in der Gemeinde in Ostfriesland gekauft und sei aus Dortmund dorthin umgezogen. Als sie jedoch ihren Erstwohnsitz in Leezdorf habe anmelden wollen, sei es zu einem Problem gekommen:

„Ich hab gesagt, ich möchte mich ummelden, wie kann ich das jetzt in der Corona-Krise tun“, erzählt Ulrike Kropp im extra3-Beitrag. „Und dann sagte man mir, das geht jetzt gar nicht mehr.“

Wegen einer Verfügung des Landkreises müssten Zweitwohnungsbesitzer zurück in ihren Erstwohnsitz. Hintergrund für diese und ähnliche Maßnahmen ist die Versorgungsinfrastruktur in den eher dünn besiedelten nördlichen Bundesländern. Dort gibt es die Sorge, dass zum Beispiel Krankenhäuser nicht die gegebenenfalls höheren Fallzahlen durch Urlauber bewältigen könnten.

Haus in Dortmund komplett leer gezogen

Nur ist Ulrike Kropp eben keine Urlauberin. „Mein Haus in Dortmund ist geräumt und ich kann da nicht hin zurück“, erzählt sie im extra3-Beitrag.

Doch der Kreis Aurich glaubt Ulrike Kropp dem Beitrag zufolge zunächst nicht und fordert Beweise, dass sie keinen weiteren Wohnsitz habe.

„Ich habe versucht, Zeugen beizubringen, die bestätigten können, dass ich nicht vor Corona im Ruhrgebiet geflohen bin, sondern langfristig vorhatte, dauerhaft hier hin zu ziehen“, erklärt Ulrike Kropp dem NDR. Das habe jedoch nicht gereicht.

Sechshundert Kilometer für Fotos

Die Rentnerin soll laut dem Beitrag zurück nach Dortmund fahren, um Fotos ihres leeren Hauses zu machen und sie dem Landkreis zur Verfügung zu stellen. Rund 300 Kilometer Fahrt sind das - eine Strecke.

Die Beweisfotos genügen dem Landkreis laut extra3 dann: Er habe Ulrike Kropp schließlich geglaubt, dass sie dauerhaft nach Leezdorf ziehen wolle. Sie darf laut dem NDR nun in ihren Haus bleiben.

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