Parade mit Holzgewehren

14.09.2007, 18:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Groppenbruch Auch an diesem Wochenende feiern wieder Groppenbrucher Schützen. Diesmal ist es die Schützengesellschaft Groppenbruch-Schwieringhausen. Mengedes zweitältester Schützenverein besteht 150 Jahre.

Allerdings kann nicht im Ort gefeiert werden. Weil ihre frühere Vereinsgaststätte seit Jahren geschlossen ist, hat die Schützengesellschaft ihr Domizil im "Haus Hubbert" (Strünkedestraße 89) in Brüninghausen aufgeschlagen.

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Das Jubiläumsfest beginnt am heutigen Samstag (15.9.) um 20 Uhr mit einem Festabend. Am morgigen Sonntag (16.9.) treffen sich die Schützen erneut am Vereinslokal. Um 11 Uhr fahren sie mit einem Festwagen zum Ehrenmal an der Königsheide in Groppenbruch, um ihrer Verstorbenen zu gedenken. Anschließend findet im "Haus Hubbert" ein Frühschoppen statt. Wann genau der Schützenverein von Groppenbrucher und Schwieringhauser Bürgern ins Leben gerufen wurde, weiß man nicht. Fest steht aber, dass 1857 ein Schützenfest gefeiert wurde. Wer König wurde, weiß man ebenfalls nicht. Bekannt ist aber der Name des Nachfolgers: Fritz Schaarmann, genannt Althaus, aus Schwieringhausen, der 1883 gekrönt wurde.

Das nächste Schützenfest folgte 1908. Majestäten waren Fritz Zurnieden und Anna Menken. Damals trugen die Schützen übrigens noch keine grünen Uniformen, sondern dunkle Anzüge. Die Offiziere unterschieden sich von den übrigen Schützen, die mit Holzgewehren ausgerüstet waren, die sie sich von Schützen aus Kirchlinde geliehen hatten, durch Schärpen und Degen.

Laut Überlieferung war es ein glanzvolles Fest. Keiner aber ahnte, dass es diesmal nicht wieder die üblichen 25 Jahre bis zum nächsten Fest dauern sollte, sondern dass es für die nächsten 50 Jahre das letzte sein sollte. 1955 schlossen sich die Groppenbrucher und Schwieringhauser Schützen als 8. Kompanie dem 1950 wieder gegründeten Bürger-Schützen-Verein Mengede an. 1958 wurde erstmals wieder ein Schützenfest in Groppenbruch gefeiert. 1960 wurde der Verein als "Schützengesellschaft von 1857" selbstständig.

Verschollene Fahne

Ein Jahr später wurde die seit dem 2. Weltkrieg verschollene Fahne durch eine neue ersetzt. Einziges "uraltes" Relikt des Vereins ist die Königskette.

Wenn die Schützengesellschaft jetzt anlässlich ihres Jubiläums Rückschau hält, fällt auch der Name Wilhelm Twelkemeyer. Bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2003 war er 30 Jahre lang wohl der erfolgreichste Vorsitzende der Schützengesellschaft.

Karlheinz Bohnmann

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