Nachdem die Parfümerie Douglas am Westenhellweg 64 am Mittwoch, dem ersten Tag des Lockdowns, noch geöffnet hatte, ist die Filiale jetzt geschlossen. © Maximilian Konrad
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Parfümerie Douglas in Dortmund hatte trotz Lockdown geöffnet

Die Parfümeriekette Douglas ließ ihre Filiale am Westenhellweg trotz Lockdown weiter geöffnet - bis es Kritik hagelte. Auch ein Dortmunder Konkurrent ist stinksauer.

Mehrere Filialen der Parfümeriekette Douglas blieben trotz Lockdown geöffnet. Man sei ja schließlich Drogerie, lautete die Begründung der Unternehmensleitung am Dienstag. Auch am Westenhellweg 64 war Douglas am Mittwoch, also am Tag eins des Lockdowns, weiter geöffnet. Das sorgt nun für Ärger.

„Ich war völlig entsetzt, dass ich da ganz normal reingehen und einkaufen konnte“, sagt Thomas Tan, der selbst Mitinhaber der Parfümerie Borgmann am Brackeler Hellweg ist und sein Geschäft am Dienstagabend abschloss.

Von einem Kollegen hatte er erfahren, dass Douglas aber nach wie vor geöffnet habe. „Das habe ich mir dann sofort angeschaut und einen Testkauf gemacht. Ich war gegen 17 Uhr da und konnte problemlos ein Luxus-Parfüm von Chanel kaufen“, so Thomas Tan.

Laut Rechtslage dürfen Drogerien im Lockdown geöffnet bleiben, Parfümerien allerdings nicht.

15 Prozent des Jahresumsatzes in diesen Tagen

Douglas-Chefin Tina Müller hat inzwischen auf dem Nachrichtendienst Twitter um Entschuldigung gebeten. Die Filialen des Unternehmens würden am Donnerstag nicht mehr geöffnet. Zuvor gab es bundesweite Kritik.

Thomas Tan ist Mitinhaber der Parfümerie Borgmann am Brackeler Hellweg. Völlig entsetzt stellte er am Mittwoch fest, dass Douglas eine Filiale in der Innenstadt trotz Lockdowns noch geöffnet hatte.
Thomas Tan ist Mitinhaber der Parfümerie Borgmann am Brackeler Hellweg. Völlig entsetzt stellte er am Mittwoch fest, dass Douglas eine Filiale in der Dortmunder Innenstadt trotz Lockdowns noch geöffnet hatte. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Dass Douglas als Marktführer sich so verhalten habe, sei nicht nachzuvollziehen, sagt Thomas Tan. „Douglas hat sich bis Dienstag immer als Parfümerie bezeichnet. Und ich denke, die Regeln müssen für alle gleich sein. Mir blutet bei diesem Lockdown als Unternehmer auch das Herz, aber als Bürger stehe ich voll dahinter“, sagt Thomas Tan. 15 Prozent des Jahresumsatzes mache er vom 16. bis 31. Dezember, ergänzt er.

Alles nur eine kalkulierte Provokation?

Douglas hatte die schärferen Corona-Maßnahmen für sich zumindest sehr vorteilhaft ausgelegt. Weil überwiegend Drogerieartikel verkauft würden, wollte die Parfümeriekette knapp ein Viertel der Filialen offen halten, hatte es geheißen.

Noch am Mittwoch hatte Douglas die Öffnungen verteidigt. In den Filialen biete das Unternehmen schließlich Körperpflegeprodukte wie Cremes, Shampoo, Seife, Deodorants oder Make-up an. „Diese dürfen laut Beschluss ausdrücklich weiter verkauft werden“, sagte eine Sprecherin. Die Gewerkschaft Verdi sprach daraufhin von einem „anrüchigen Unterlaufen des Lockdowns“.

Thomas Tan sieht in der ganzen Aktion „vielleicht auch eine kalkulierte Provokation, um Aufmerksamkeit zu bekommen.“

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Redaktion Dortmund
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