Park-Chaos an Spieltagen: Eintracht Dorstfeld fühlt sich machtlos, die Anwohner verzweifeln

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Rund um den Sportplatz von Eintracht Dorstfeld ist an Spieltagen alles zugeparkt. Anwohner sind sauer: Denn es gibt einen Parkplatz. Eine kleine Veränderung könnte die Lage entspannen.

Dorstfeld

, 30.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marianne Lochen schüttelt den Kopf. „Jedes Mal, wenn ein Heimspiel ist, ist hier alles zugeparkt“, erzählt sie. Sie wohnt in einer Nebenstraße des Sportplatzes „Am Wasserfall“ in Dorstfeld. „Und wenn in der Mehrzweckhalle zeitgleich ein Handballspiel ist, geht hier gar nichts mehr.“

Denn Spieler von gegnerischen Mannschaften samt Anhang parken nicht auf dem Parkplatz der Martin Luther King Gesamtschule, sondern in den Nebenstraßen rund um den Sportplatz. Und das, obwohl der Verein DJK Eintracht Dorstfeld, der seine Spiele auf dem Platz austrägt, auf den Parkplatz hinweist.

Karten und Hinweise nützen nichts

„Wir haben eine Karte auf unserer Homepage“, erklärt der Vereinsvorsitzende Reinhold Klüh. „Außerdem steht es in Einladungen an die Gastmannschaften und wir geben es mündlich weiter - mehr können wir nicht tun.“ Offenbar nützen diese Hinweise jedoch nicht viel.

Park-Chaos an Spieltagen: Eintracht Dorstfeld fühlt sich machtlos, die Anwohner verzweifeln

Anwohnerin Marianne Lochen ärgert sich über die Falschparker. © Carolin West

„Die Autos parken auf beiden Straßenseiten“, sagt Marianne Lochen. „Manchmal sind kaum zwei Meter Platz zwischen gegenüber stehenden Autos.“ Fußgänger kommen auf den ohnehin schmalen Bürgersteigen kaum noch durch. Teilweise müssen sie auf die Straße ausweichen - vor allem, wenn sie mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen unterwegs sind.

Lochen: „Die Leute sollen sich Gedanken machen, wie sie parken“

Eine Nachbarin sei kürzlich nicht mit ihren Enkelkindern und dem Bollerwagen durch das Gartentor gekommen, erzählt Marianne Lochen. „Ich möchte einfach nur, dass die Leute sich Gedanken machen, wie sie parken - und welchen Einfluss das auf andere Verkehrsteilnehmer hat“, erklärt sie.

Park-Chaos an Spieltagen: Eintracht Dorstfeld fühlt sich machtlos, die Anwohner verzweifeln

Auf dem Bürgersteig bleibt kaum noch Platz, insbesondere Rollstuhl- und Rollatorfahrer haben hier Probleme - ebenso wie Eltern mit Kinderwagen. © Carolin West

Teils werden Lochen und ihr Mann auch beschimpft, wenn sie Falschparker ansprechen. „Ich habe überhaupt nichts gegen den Verein - im Gegenteil, auf dem Platz habe ich vor 45 Jahren meinen Mann kennengelernt“, betont Marianne Lochen. „Aber so wie das hier an Spieltagen läuft, kann es nicht weitergehen.“

Das Ordnungsamt kontrolliert die Straßen nicht

Dem Ordnungsamt sei die Problematik nicht bekannt, teilt Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter mit. Kontrollen habe es in den Straßen rund um den Sportplatz bislang nicht gegeben. In Extremfällen könne die Polizei weiterhelfen. „Als die im letzten Jahr einmal da war, hat sie aber nichts getan“, erzählt Marianne Lochen. Beim nächsten Mal werde sie das Ordnungsamt informieren.

Park-Chaos an Spieltagen: Eintracht Dorstfeld fühlt sich machtlos, die Anwohner verzweifeln

Dieser BMW-Fahrer parkt zwar noch mit zwei Reifen auf der Straße, steht aber trotzdem auf dem gesamten Bürgersteig. © Marianne Lochen

Die Ideallösung für Lochen wäre, wenn zumindest ein Großteil der Gäste auf dem Parkplatz an der Gesamtschule parken würde. Und hier sieht der Vereinsvorsitzende die Stadt in der Verantwortung. „Ich habe mehrfach angefragt, ob die Beschilderung oder der Name des Platzes geändert werden könnte“, sagt Reinhold Klüh. Eine Antwort habe er bislang nicht erhalten.

Alle geben die falsche Straße ins Navi ein

Aufgrund des Beinamens „Am Wasserfall“ geben viele Fahrer und Begleiter der gegnerischen Mannschaften diese Straße trotz aller Erklärungen in ihre Navigationsgeräte ein. Die Beschilderung leite sie ebenfalls dorthin. „Die Schilder müssten die Autofahrer zur Straße ‚Fine Frau‘ leiten, dann würden sie den Parkplatz automatisch finden“, sagt Reinhold Klüh.

Circa 80 Stellplätze stehen dort außerhalb der Schulzeit zur Verfügung. Und die werden bereits jetzt von Spielern und ortsansässigen Gästen von Eintracht Dorstfeld genutzt. „Unsere Spieler sind dafür sensibilisiert worden, sie kommen auch oft ohne Auto - mit dem Rad oder zu Fuß“, sagt Reinhold Klüh. Problematisch sei es lediglich mit den Gegnern.

Einen anderen Namen wird es nicht geben - was dann?

Umbenannt werden könne der Sportplatz nicht, teilt Stadt-Pressesprecherin Anke Widow auf Anfrage mit. „Außerdem würden die Leute dennoch schauen, wo der Platz gelegen ist und weiterhin die Adresse ins Navi eingeben“, sagt sie. Eine Option wäre ein Parkplatz-Hinweisschild. Ob das wirklich möglich ist, will die Stadt nun prüfen.

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