Nach Knöllchen-Ärger: Parken in der Karlsglückstraße ist verboten

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Ende Juni regnete es plötzlich Knöllchen für die Anwohner der Karlsglückstraße. Denn das Parken ist dort laut der Stadt verboten. Die Betroffenen pochen jetzt auf eine Ausnahmeregelung.

Dorstfeld

, 19.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anwohner der Karlsglückstraße in Dorstfeld waren Ende Juni fassungslos. Alle dort geparkten Autos waren mit Knöllchen versehen. Der Grund: Die Straße ist so schmal, dass alle Autofahrer ihre Fahrzeuge vollständig auf dem Gehweg parken – und das ist verboten.

Bis auf einen weiteren „Knöllchen-Zwischenfall“ 2001 habe jedoch nie jemand etwas dagegen gesagt, berichtet Anwohner Ingolf Kauschke. Jahrzehntelang parkten die Autos ohne Konsequenzen auf dem Gehweg.

Es habe dafür sogar „eine Absprache mit der Stadt gegeben“, erklären die Bewohner der Straße. Umso größer sei die Überraschung gewesen, als es plötzlich wieder Knöllchen regnete. Der befürchtete Punkt in Flensburg blieb daraufhin zwar aus, zahlen müssen die Betroffenen dennoch für ihre Parkvergehen.

Anwohner wollen sich wehren

„Aber wir gehen dagegen an, mit einer Unterschriftenliste und manche Nachbarn auch mit rechtlichem Beistand“, sagt Ingolf Kauschke. Davon rät Stadt-Pressesprecher Christian Schön jedoch dringend ab.

„Hier ist von Seiten der Stadt kein Unrecht geschehen“, betont er. Nach den Vorgaben der Straßenverkehrs-Ordnung seien Fahrzeuge am rechten Fahrbahnrand zu parken. Dies ist allerdings nur möglich, sofern die Fahrbahnbreite mindestens 5,05 Meter betrage.

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Nur so bleibe gewährleistet, dass neben einem parkenden Fahrzeug, Rettungs- oder Müllentsorgungs-Fahrzeuge ungehindert vorbeifahren können. Andernfalls bestehe ein absolutes Haltverbot. Der Karlsglückstraße in Dorstfeld fehlen je nach Straßenabschnitt 15 bis 35 Zentimeter zu der geforderten Mindestbreite.

„Demnach gilt in der gesamten Straße ein absolutes Haltverbot“, erklärt Christian Schön. „Eine Stadt kann sich auch nicht einfach über Bundesgesetze hinwegsetzen.“ Dass die Anwohner zuvor nicht belangt wurden, liege lediglich an fehlenden Kontrollen.

Keine Chance auf legale Parkmöglichkeiten

Aufgrund der schmalen Gehwege, die nur zwischen 1,20 und 1,60 Meter breit sind, lasse sich auch ein halbseitiges Gehweg-Parken nicht realisieren. Die Gehwege sollten dazu mindestens 2 Meter breit sein.

Eine Anliegerregelung, die Ortsansässige vorschlugen sei ebenso wenig eine Lösung wie eine Spielstraße. Die Karlsglückstraße sei für eine legale Parkregelung jeder Art schlicht zu schmal. Der Wunsch der Nachbarschaft, auf den eigenen Grundstücken Stellplätze anzulegen, sei nicht erfüllbar.

„Durch die denkmalschutzrechtlichen Vorgaben in der gesamten Zechensiedlung können Anwohner keine legalen Stellplätze auf ihren Grundstücken einrichten“, erklärt Christian Schön. „Daher gilt also weiter: Weder Anwohner noch Auswärtige können dort parken.“

Etwas, dass die Betroffenen so nicht akzeptieren möchten. Sie wollen weiter für eine Ausnahmeregelung kämpfen.

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