Pauluskirche widmet Helene Fischer einen Gottesdienst

Königin des Schlagers

Helene Fischer kommt in die Pauluskirche. Zumindest thematisch. Die Kirche widmet der deutschen Königin des Schlagers Anfang April einen Gottesdienst. Wir verraten, was in der Kulturkirche geplant ist - und wie die Idee entstand.

DORTMUND

, 24.03.2017, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schlagerstar Helene Fischer.

Schlagerstar Helene Fischer.

Beim Gottesdienst am 2. April (Sonntag) stehen das Leben und die Karriere von Helene Fischer im Mittelpunkt. Organist Dietmar Korthals spielt ihre bekanntesten Lieder auf der Kirchenorgel. Es ist nicht das erste Mal, dass die Pauluskirche, die sich längst als Kulturkirche einen Namen gemacht hat, einem Pop-Musiker oder einer Pop-Band einen Gottesdienst gewidmet hat. Es ist nur das erste Mal, dass der Schlager eine zentrale Rolle spielt.

Seit etwa zwei Jahren gibt es diese besonderen Gottesdienste, bislang immer dreimal im Jahr. Queen war schon Thema, Madonna, Herbert Grönemeyer, die Toten Hosen. Zu Amy Winehouse‘ Ehren gab es einen Sonntagvormittag und auch Roger Cicero, der gestern vor einem Jahr gestorben ist, wurde ein Gottesdienst gewidmet.

Fünf Konzerte in der Westfalenhalle 1

Bei Helene Fischer ist es ein weitaus freudigerer Anlass: Die Schlager-Königin gibt im Herbst (26. September bis 1. Oktober) gleich fünf Konzerte in der Westfalenhalle 1. Und weil die 32-Jährige nun mal eine der erfolgreichsten Sängerinnen des Landes ist und sie tausende Fans hat, sei sie eine gute Kandidatin für jene Pop-Musik-Kulturgottesdienste.

Er wähle, sagt Pfarrer Friedrich Laker, gemeinsam mit seiner Frau, Pfarrerin Sandra Laker, immer Musiker aus, wo es sich lohnt, „dazu etwas zu sagen und darüber zu predigen.“ Dabei wollen sie möglichst viele Musikgeschmäcker in die Kirche bringen. Nur beim Schlager, da seien sie sich lange nicht sicher gewesen, ob und wie man den in die Kirche bringen könnte.

Doch bei Helene Fischer funktioniere das sogar sehr gut, sagt Friedrich Laker. Er habe sich nun intensiv mit der Sängerin, ihrem Leben und ihrer Musik auseinandergesetzt. „Es sind nicht alle Texte wie ,Atemlos‘“ sagt er. In einigen Songs habe er durchaus wichtige, ernste Themen gefunden. „Fehlerfrei“ ist so einer.

"Niemand ist fehlerfrei"

„Niemand ist fehlerfrei, das macht uns menschlich“, sagt Laker. Diesen Song und „Auf der Suche nach mir“, wird er in seine Predigt aufnehmen. Immer wieder singe und spreche Helene Fischer auch davon, ihr Glück in dieser Welt zu finden – auch das soll Thema im Gottesdienst sein. Und die Frage, warum Schlager so beliebt ist. Was für eine Sehnsucht dahinterstecke.

Zu einem Gottesdienst aber gehört auch Musik. Und die kommt – natürlich – dieses Mal von Helene Fischer. Sie tritt nicht selbst auf. Aber Dietmar Korthals gibt sich alle Mühe, sie würdig zu vertreten. Der Organist passt Songs wie „Atemlos“, „Fehlerfrei“ und „Du fängst mich auf“ an die Orgel an.

Mitsingen erlaubt

„Damit es halbwegs ordentlich klingt, muss man schon ein bisschen kreativ sein und auf die Klangfarben der Orgeln eingehen“, sagt er. „Aber die Fans werden die Melodien erkennen.“ Und sie dürfen auch gerne mitsingen. „Das hab ich nix gegen“, sagt Korthals. „Dann haben wir eine große Party.“ Nach dem Gottesdienst lädt das Ehepaar Laker zu Kaffee und Tee und Gesprächen ein.

Friedrich Laker sagt: „Wir haben Spaß daran, Kirche ein bisschen anders zu gestalten.“ Diese Gottesdienste seien die Brücke zwischen der traditionellen Kirche und den vielen Konzerten in der Pauluskirche. Ein Angebot, das bislang sehr gut angenommen wird. Jene Pop-Musik-Gottesdienste seien immer deutlich besser besucht worden als die „normalen“, sagt Laker. Bei einem Helene-Fischer-Gottesdienst wird das sicher kaum anders sein.

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