Jeder nur ein Stäbchen: Bei den Lollitests landen alle Proben der Klasse zusammen in einem Röhrchen, das im Labor untersucht wird. © picture alliance/dpa
Hohe Corona-Inzidenz

PCR-Tests für alle Schulen? Das scheitert an einem überraschenden Grund

Mit PCR-Tests erkennt man mehr Corona-Fälle als mit Antigen-Tests. Könnte man sie also an allen Schulen einsetzen? Die Stadt Dortmund sagt: Nein, aus einem überraschenden Grund geht das nicht.

Test ist nicht gleich Test. Das hat der Leiter des städtischen Gesundheitsamtes noch einmal bekräftigt „Die höchste Wirksamkeit haben die PCR-Pool-Testungen in den Grundschulen“, so Dr. Frank Renken. Dort habe man „die höchsten Erkennungsraten“.

Heißt: Der Lollitest in den Grundschulen ist genauer als der Antigen-Test, der in den weiterführenden Schulen eingesetzt wird. Beim Lollitest (PCR) landen die spuckegetränkten Teststäbchen einer Klasse zusammen im Labor. Bis zum nächsten Morgen soll ein Labor dann festgestellt haben, ob Corona-positives Material dabei war.

In dem Fall wird einzeln getestet, um zu schauen: Welcher Grundschüler war es? Beziehungsweise: Welche Schüler waren es?

Antigen-Test erkennt nur sechs von zehn Fällen

In den weiterführenden Schulen testen sich die Kinder und Jugendlichen selbst, per Stäbchen in der Nase. Der Vorteil dieser Antigen-Tests: das rasche Ergebnis. Der Nachteil der Selbsttests, wie Renken erläutert: Vier von zehn Corona-Fällen werden gar nicht erkannt, nur die anderen sechs.

Doch: „Die Erkenntnis, dass dieses Testsystem nicht die gleiche Qualität haben kann wie die PCR-Testungen, ist jetzt auch in der Realität angekommen“, sagt Renken. Seit Beginn dieser Woche gibt es an den weiterführenden Schulen drei Tests wöchentlich, nicht mehr nur zwei. „Man erhöht jetzt die Frequenz. Damit kann man etwas mehr Jugendliche erkennen, die positiv sind, wenn man einfach häufiger testet.“

Umstellung auf PCR-Tests? Das wäre teuer

Wäre eine generelle Umstellung auf PCR-Tests nicht besser? Dazu hatte die Stadt Dortmund bereits viele Gegenargumente. Erstens: die Kosten. Allein für einen Modellversuch muss die Stadt viel Geld zahlen.

Als Reaktion auf explodierende Inzidenzen bei Schülern gibt es nun an zwei weiterführenden Schulen ebenfalls PCR-Tests – wechselweise in den Bezirken, in denen die Corona-Inzidenz besonders hoch ist. Bis zu den Weihnachtsferien kostet das mehr als 200.000 Euro. Einen Zuschuss vom Land gibt es nicht.

Zweites Gegenargument: die Labor-Kapazitäten. Es sei unklar, ob jemand eine solche Menge an zusätzlichen Tests pro Woche auswerten kann, hieß es.

„Manchmal sind es die einfachen Dinge“

Doch die Überlegung bleibt ohnehin theoretisch. „Eine grundsätzliche Umstellung auf PCR-Testungen wird alleine aus praktischen Gründen nicht möglich sein“, stellte Renken nun klar. Aus „internen Gründen“ habe die Stadt eine Recherche gestartet. „wie wir Material für Abstriche bekommen können. Und manchmal sind es die einfachen Dinge, die die großen Dinge torpedieren.“

Denn Abstrichsets könne man nur „in so geringer Zahl bekommen, dass es nicht möglich wäre, in ganz NRW Pool-PCR-Tests durchzuführen.“ Und dabei sei nicht einmal der ganze Pool-Test an sich das Problem, „sondern tatsächlich das Abstrichmaterial“, so Renken.

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Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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