Pepe konnte Täter nicht mehr verraten

19.09.2007, 18:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Fall des Wettbüro-Mordes hat die Polizei am Dienstag einen 24-Jährigen verhaftet, der im Verdacht steht, vor gut drei Wochen einen 59-Angestellten in dem Geschäft erstochen zu haben. Ob er sein Opfer dort gegen 22 Uhr zufällig traf oder "Pepe" gezielt noch einmal in den Laden gelockt hatte, blieb zunächst unklar: "Der Beschuldigte hat von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht", sagte Dr. Ina Holznagel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Pepe, gebürtiger Italiener, konnte seinen Mörder nicht mehr nennen. Mit letzter Kraft schleppte er sich nach der Messer-Attacke ans Telefon, wählte 112. Dem Mitarbeiter in der Leitstelle konnte er sich schon nicht mehr mitteilen. Der Feuerwehr-Mann erkannte dennoch den Ernst der Lage, fand den Standort des Telefons heraus, schickte Notarzt und Rettungswagen. Die Helfer kamen zu spät, Reanimationsversuche blieben erfolglos.

Die Polizei sicherte am Tatort mehrere DNA-Spuren und begann, im Bekanntenkreis des Opfers zu ermitteln. Der 24-Jährige geriet bereits früh ins Visier der Ermittler - er nannte den Kripo-Beamten ein Alibi, ohne danach gefragt worden zu sein. Als sich seine Angaben dann auch noch als falsch erwiesen, ordnete ein Richter eine DNA-Untersuchung an - per Eilboten ging die Probe am Dienstag ins Landeskriminalamt nach Düsseldorf, wurde noch am gleichen Tag ausgewertet. Ein Treffer! Der 24-Jährige war am Tatort.

Gestern schickte ein Haftrichter den jungen Mann wegen Mordverdachts ins Gefängnis. Weitere Angaben zu seiner Person wollte Staatsanwältin Barbara Cuntze, die die Ermittlungen leitet, gestern nicht machen. Die Polizei hofft noch auf ein Geständnis, um das Motiv für die Bluttat zu erfahren. Es sei ein Deutscher, der eine Arbeitsstelle gehabt habe, war zu erfahren. Ob er geschäftlich mit dem Opfer zu tun hatte? "Dazu werden wir derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen noch keine Angaben machen", sagte Dr. Holznagel. weg

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