Am Tag nach dem Pfefferspray-Alarm am Bert-Brecht-Gymnasium gibt es neue Erkenntnisse

mlzPfefferspray im Gymnasium

Bei dem Pfefferspray-Vorfall am Bert-Brecht-Gymnasium ist offenbar kein Schüler ernsthaft verletzt worden. Die Polizei reichte am Dienstag ein wichtiges Detail nach.

Kirchlinde

, 10.12.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil ein Schüler eine Pfefferspraydose mit in die Schule gebracht und ein anderer damit gesprüht hat, gab es am frühen Montagmorgen (9.12.) am Bert-Brecht-Gymnasium einen Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst. Die Bilanz am Tag nach dem Reizgas-Alarm ist erfreulich: Augenscheinlich wurde niemand ernsthaft verletzt – auch nicht die fünf Schüler, die am Montag ins Krankenhaus gebracht wurden.

„Mir liegen keine neuen Krankmeldungen vor“, berichtet Rektorin Sabine Schmidt-Strehlau am Dienstag (10.12.) auf Anfrage dieser Redaktion. Die Kinder seien vorsorglich in die Klinik gebracht worden, weil sie der Vorfall so aufgeregt habe und sie mit entsprechenden Symptomen reagiert hätten.

Pfefferspray-Täter meldete sich freiwillig bei der Schulleiterin

Unabhängig davon wird das Thema die Schule noch eine Weile beschäftigen. „Mein wichtigster Auftrag ist, dafür zu sorgen, dass so etwas an unserem Gymnasium nicht noch einmal passiert“, sagt die Schulleiterin.

Jetzt lesen

Ohne den Pfefferspray-Vorfall herunterspielen zu wollen, ordne sie ihn als „dummen Jungenstreich“ ein, wie er an jeder Schule passieren könne. Ganz sicher sei er keine gezielte Attacke gewesen, der betreffende Schüler habe mehrfach beteuert, dass er nur versehentlich an den Auslöser gekommen sei. Einer der beiden 15-Jährigen habe sich freiwillig bei ihr gemeldet.

Dennoch hat Sabine Schmidt-Strehlau bereits einen Termin für die Ordnungsmaßnahmenkonferenz anberaumt. Diese setzt sich aus Schüler- und Elternvertretern sowie aus Lehrern und der Schulleitung zusammen. Sie entscheiden gemeinsam darüber, welche Folgen das Fehlverhalten für die beiden Schüler haben wird.

Handelte es sich um legales Pfefferspray?

Die Bandbreite der schulischen Ordnungsmaßnahmen reicht von einem Verweis (das ist eine schulische Strafe, mit der ein Verhalten missbilligt wird) über die Androhung der Entlassung bis zur ausgesprochenen Entlassung. „Die Stufen müssen aufeinander aufbauen“, erklärt Schmidt-Strehlau. Soll heißen: Nur wer schon Verweise in seiner Schulakte hat, kommt in der Regel überhaupt für die Stufen zwei und drei in Frage.

Unbeantwortet war am Montag noch die Frage geblieben, ob es sich um legales Pfefferspray handelt. Diese Information reichte Polizeisprecherin Dana Seketa am Dienstag auf Anfrage nach. „Die Dose trägt die Kennzeichnung ‚Tierabwehrspray‘ und ist damit legal für Menschen über 14 Jahren.“ Ohne diese Kennzeichnung wäre das Mitführen eines solchen Pfeffersprays ein Verstoß gegen das Waffengesetz gewesen.

Allerdings: Im Bert-Brecht-Gymnasium sind auch legale Pfeffersprays absolut tabu.

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Pfefferspray im Gymnasium
Nach dem Pfefferspray-Vorfall: Kein Schulverweis, aber „spürbare Strafen“ für die Übeltäter