Pfefferspray-Einsatz: Bekannter Dortmunder Neonazi scheitert vor Gericht

mlzBerufungsprozess

Bei einer Auseinandersetzung in Dorstfeld verletzte ein bekannter Dortmunder Rechtsextremist einen anderen Mann mit Pfefferspray. Jetzt steht das abschließende Urteil fest.

Dortmund

, 13.08.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Schon das Amtsgericht hatte die Tat vom Oktober 2019 in erster Instanz als gefährliche Körperverletzung gewertet und am Ende zwei Jahre Haft verhängt. An eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung sei nicht zu denken, hieß es damals in der Urteilsbegründung. Dafür habe der bekannte Rechtsextremist Matthias Drewer einfach zu viele Vorstrafen angesammelt und nicht zuletzt den Pfefferspray-Angriff auf unter laufender Führungsaufsicht verübt.

In der Berufung am Landgericht hatte Drewer die Tat zugegeben, bis zuletzt jedoch über seinen Verteidiger erklären lassen, er habe in Notwehr gehandelt. „Mein Mandant befand sich aufgrund des lauten Rufens des anderen Mannes in einer seelischen Ausnahmesituation“, erklärte Verteidiger André Picker. Drewer habe geglaubt, dass er angegriffen werde und deshalb das Pfefferspray genommen, um sich zu verteidigen.

Strafe etwas reduziert

Mit dieser Argumentation konnten der Angeklagte und sein Anwalt das Gericht jedoch nicht überzeugen. Allerdings wurde am Ende die Strafe auf ein Jahr und acht Monate Haft etwas reduziert.

Der mitangeklagte Sascha K. wurde dagegen - wie schon am Amtsgericht - freigesprochen. Ihm war vorgeworfen worden, sich an der gefährlichen Körperverletzung beteiligt zu haben, indem er das Opfer zuvor verbal eingeschüchtert habe. Das konnte K. jedoch nicht nachgewiesen werden.

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