Abriss des Stiftsforums am Phoenix-See hat begonnen

mlzAbbrucharbeiten

Ein Stück Hörder Geschichte verschwindet endgültig. Der Abriss des Stiftsforums, und damit auch der letzte Rest der ehemaligen Stiftsbrauerei, hat begonnen.

Hörde

, 18.12.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass es so kommen musste, war klar. Dass es aber jetzt schon losgeht, hat kaum jemand mitbekommen.

Seit einigen Tagen sind große Bagger dabei, Teile des Stiftsforums an der Faßstraße in Hörde abzureißen. Begonnen haben die Arbeiten am östlichen Teil des großen Gebäudekomplexes. Also der Seite, die dem Phoenix-See zugewandt ist.

Tiefe Löcher haben die Bagger schon in das Gebäude geschlagen.

Tiefe Löcher haben die Bagger schon in das Gebäude geschlagen. © Jörg Bauerfeld

Die Verkehrsteilnehmer auf der viel befahrenen Faßstraße nehmen die Veränderungen am Gebäude noch gar nicht wahr. Zum einen haben sie genug mit den täglichen Staus zu tun, zum anderen sieht die markante Gebäudefront noch so aus wie immer – abgesehen von dem Bauzaun. Und der Ankündigung eines Neubauprojektes, das einmal anstelle des Forums an der Ecke Faßstraße / Hermannstraße entstehen wird.

Früher begonnen, als geplant

Die Gebäudeteile, die der Bagger nun schon „angeknabbert“ hat, gehörten zu den Sat 1-Studios, die im Stiftsforum einmal beheimatet waren, so ein Sprecher der DIAG Verwaltungs-GmbH, die für Abriss und Neubau verantwortlich ist.

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Eigentlich war geplant, erst Anfang 2020 mit den Abrissarbeiten zu beginnen. Dass es nun früher losgehe, sei der Tatsache geschuldet, dass die Abrissfirma kurzzeitig Kapazitäten frei gehabt habe.

So sieht das Stiftsforum von der Faßstraße aus. Hier ist von Abriss noch nicht viel zu sehen.

So sieht das Stiftsforum von der Faßstraße aus. Hier ist von Abriss noch nicht viel zu sehen. © Jörg Bauerfeld

Geplant ist, so war von der DIAG zu erfahren, das Stiftsforum bis Mai 2020 komplett abgerissen zu haben. Danach würden die Ausschachtungsarbeiten beginnen und im Anschluss der Neubau. Geplant ist ein mehrgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus zwischen Faßstraße, Rudolf-Platte-Weg und Hörder-Bach-Allee. 2023 soll alles fertig sein.

Seite einigen Monaten wird das Gebäude entkernt

Die Abrissarbeiten an dem Gebäudekomplex sind jedoch schon seit einigen Monaten im Gange. Zunächst wurde jedoch nur im Inneren gearbeitet, das Gebäude wurde sozusagen entkernt. Auch die Möglichkeit möglicher Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Abriss- und Neubaubereich wurden im Vorfeld abgeklärt. Man hoffe, hier keine bösen Überraschungen zu erleben, so ein DIAG-Sprecher.

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Leergezogen wurde das Gebäude schon im Jahr 2018. 2012 fielen die ersten beiden Gebäude, die zum ehemaligen Stiftforum gehörten. Das Hauptgebäude bekam noch eine kleine Galgenfrist. Die ist jetzt aber abgelaufen.

Seit 1867 wurde an dieser Stelle Bier gebraut. 1997 floss der letzte Gerstensaft aus den großen Sudkesseln, das Clarissenbräu.

Was bleibt aber von dem traditionsreichen Gebäude übrig? Nicht viel. Einige Exponate der Brauereigeschichte gibt es im Museum des Heimatvereins zu sehen. Eine große Bronzetafel mit der Geschichte der Stiftsbrauerei, die an einem Durchgang zur Faßstraße hing, ist vor Jahren gestohlen worden.

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