Im Westpark kostet der Toilettengang drei Kronkorken

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Der Westpark hat ein Problem mit Wildpinklern. 2018 wurde deshalb mit öffentlichen Geldern ein Toilettenwagen aufgestellt – doch besser wurde es nicht.

Unionviertel

, 05.07.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sommer im Westpark. Jedes Jahr versammeln sich zahlreiche Menschen in dem zentralen Park, um die Sonne zu genießen und das ein oder andere Bierchen zu trinken. Aber: Wohin mit den Kronkorken und wohin, wenn die Blase drückt?

Viele Besucher entsorgen ihre Kronkorken nicht in Mülleimern. Sie werfen sie achtlos auf den Boden. Und der Toilettenwagen, der im vergangenen Jahr im Westpark aufgestellt wurde, wird nicht so genutzt wie erhofft. Weiter werden die Büsche und Bäume zum „Wildpinkeln“ missbraucht. Obwohl die Bezirksvertretung Innenstadt-West das Urinieren im Freien nicht erlaubt. Oft wird auch die Toilette im Café Erdmann benutzt, die eigentlich für die Kundschaft vorgesehen ist.

50 Cent waren offenbar zu viel

Die Idee, den Toilettenwagen aufzustellen, wurde 2017 am „Runden Tisch Westpark“ erarbeitet, der mit einem Zuschuss der Bezirksvertretung finanziert wurde. Nachdem man feststellte, dass 50 Cent für die Notdurft offenbar zu viel war und trotzdem Wildpinkeln auf der Tagesordnung stand, änderte man das Konzept: Die Nutzung des Toilettenwagens ist nun kostenlos. Zumindest theoretisch.

Der Toilettengang „kostet“ nun drei Kronkorken. Es können aber natürlich mehr abgegeben. Da aber von denen genug im Park zu finden sind, ist es quasi umsonst. Man wirft sie einfach in die große Plastiksäule am Eingang des Wagens, in der die Kronkorken gesammelt werden. Das war es schon! Über Trinkgelder freut sich das Personal, das sich um den Toilettenwagen kümmert.

Im Westpark kostet der Toilettengang drei Kronkorken

In dieser Plastiksäule werden die Kronkorken gesammelt. © Robin Albers

Zunächst wurde dieses Projekt im Mai getestet. Die Kosten für den Betrieb des Toilettenwagens übernahm die Bezirksvertretung Innenstadt-West in Kooperation mit dem Stadtbezirksmarketing. Da die Kronkorken-Bezahlung gut funktionierte, wurde entschieden, das Projekt bis September 20109 weiterzuführen. Dann wird dann in der Bezirksvertretung entschieden, ob das Projekt auch 2020 fortgeführt werden soll.

Das Bezahlen mit Kronkorken ist eine Win-Win-Situation

Oliver Krauß, Geschäftsführer des Stadtbezirksmarketing Innenstadt-West, ist zufrieden mit dem Verlauf des Projektes – denn die alternative Bezahlweise sei „eine Win-Win-Situation“. Denn die Kronkorken landen nicht auf dem Rasen des Westparks. Diesen von Kronkorken zu befreien, sei sehr kostspielig. „Eine Einmalaktion kostete 2018 3000 Euro“, erklärt Krauß.

Der andere Vorteil: Die Kronkorken werden für eine gute Sache genutzt. Über die Facebook-Gruppe „Kronkorken – Wir reden nicht, wir tun was“ konnte Kontakt zu dem Schrotthändler Hubert aus Unna hergestellt werden. Der nimmt die Kronkorken an und spendet den Materialwert dem Unnaer Kinderhospiz. Bislang wurden gut 2000 Kronkorken gespendet. Der Toilettenwagen kann an Tagen mit gutem Wetter von 15 bis 22 Uhr genutzt werden.

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