Sowohl Juden als auch Muslime seien potenzielle Ziele des 14-Jährigen gewesen, heißt es von der Staatsanwaltschaft. © picture alliance/dpa
Anklage erhoben

Plante ein 14-Jähriger Anschläge auf Juden oder Muslime?

Im Alter von 14 Jahren soll ein Jugendlicher aus dem Raum Dortmund einen Anschlag auf Muslime oder Juden geplant haben. Kommt es zum Prozess, drohen ihm lange Strafen.

Nach den Ermittlungen sieht die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf den Verdacht erhärtet: Ein 14-Jähriger aus dem Raum Dortmund soll im Dezember 2019 per Whatsapp dazu aufgerufen haben, Menschen zu töten. Entweder Muslime in einer Moschee oder Juden in einer Synagoge.

Die Ermittler gehen dementsprechend von einem rechtsradikalen Hintergrund aus.

Außerdem soll er noch bis 11. Februar Feuerwerkskörper und andere chemische Stoffe gesammelt haben für einen Anschlag.

Ermittler fanden rechtsradikale Propaganda

Bei dem Jugendlichen, der mittlerweile 15 Jahre alt ist, fanden die Ermittler zudem eindeutig rechtsradikale Daten. Ob nun auf Smartphone oder Computer, so weit ins Detail geht der Pressesprecher des Dortmunder Landgerichts, Dr. Thomas Jungkamp, nicht. Mit Verweis auf das jugendliche Alter des Beschuldigten.

Ereignet haben sollen sich die die Taten in Oer-Erkenschwick und in Herten.

Den Eingang der Anklage bestätigt Jungkamp. „Die Kammer hat nun zu prüfen, ob ein hinreichender Tatverdacht besteht.“

In diesem Fall würde es ein Verfahren geben, vermutlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wie in den allermeisten Fällen bei jugendlichen Angeklagten.

Generalstaatsanwaltschaft erklärt das Strafmaß

Dort könnten dem 15-Jährigen lange Strafen drohen. Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf unterstreicht vorab: Bei einer versuchten Anstiftung zum Mord „sieht das Gesetz als Höchstmaß eine Jugendstrafe von zehn Jahren vor“.

Für Erwachsene lautet das Strafmaß 3 bis 15 Jahre.

Der 15-Jährige müsse nicht in Untersuchungshaft unter der Auflage, „in einer betreuten Wohneinrichtung für Jugendliche zu wohnen“.

Warum landet der Fall eigentlich in Dortmund?

Bei der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf liegt die Zentrale Terrorismusverfolgung in Nordrhein-Westfalen.

Der Fall landet nun beim Landgericht Dortmund und nicht bei einem Gericht, das näher an den Tatorten liegt, weil Dortmund für große Teile der Region für alle Verfahren zuständig ist, in denen es um Terror und Staatsgefährdung geht – ganz gleich ob von Rechtsterroristen, Linksextremen oder Islamisten.

Normalerweise kommen Fälle aus Herten oder Oer-Erkenschwick nach Bochum.

Besonders schwere Taten bleiben in Düsseldorf

Nur bei besonders schweren Tatvorwürfen landet die Anklage nicht in Dortmund, sondern direkt beim Oberlandesgericht Düsseldorf. So war es beispielsweise kürzlich beim Fall eines 27-Jährigen aus Dortmund. Er soll Teil einer tamilischen Terrororganisation sein. Als Jugendlicher soll er ein Bomben-Attentat auf einen Armee-Konvoi in Sri Lanka durchgeführt haben.

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Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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