Plötzlich wird das Gehwegparken in Rahm geahndet - zum Entsetzen der Anwohner

mlzParkärger in Rahm

Seit gut zwei Wochen müssen Anwohner der Straße Bannenberg in Rahm auf der Straße parken. Diese plötzliche Veränderung kann künftig noch mehr Dortmunder Straßen treffen - und das per Zufall.

Jungferntal-Rahm

, 09.08.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was bereits an der Dellwiger Straße in Lütgendortmund für Ärger sorgte, stößt jetzt auch anderen Dortmundern sauer auf: Von heute auf morgen ist das Parken auf dem Bürgersteig nicht mehr geduldet. Richtig ist es sowieso ja nie, solange es keine Schilder gibt, die es ausdrücklich erlauben. Aber in Straßen, in denen es sich seit Jahrzehnten eingebürgert hat, sorgt das Verbot jetzt für Chaos.

„Wir wohnen hier seit 40 Jahren“, sagt Gustav Ringk, der mit seiner Ehefrau an der Straße Bannenberg in Rahm wohnt. „Es war immer üblich, mit zwei Reifen auf dem Bürgersteig zu stehen.“ Seit gut 14 Tagen ist diese Zeit an der Straße Bannenberg nun vorbei. Alle Autos sollen komplett auf der Straße parken.

Die ersten Knöllchen wurden schon verteilt

Das Ordnungsamt der Stadt Dortmund hatte per Handzettel angekündigt, dass künftig Strafzettel an diejenigen verteilt werden, die sich nicht daran halten. Erste Knöllchen hagelte es dann am Dienstag (6.8.). 15 Euro kostet es, wenn ein Auto mit zwei Reifen auf dem Bürgersteig parkt - 20, wenn es zu weit auf dem Gehweg steht. „Ein Anhänger hat zum Beispiel ein Knöllchen bekommen, weil er immer noch mit zwei Reifen auf dem Bürgersteig stand“, erzählt Gustav Ringk.

Nun stehen die meisten Autos auf der Straße. Teilweise so, dass andere Autos im Slalom vorbeifahren können, manchmal allerdings auch so, dass Autos stark abbremsen und sich zwischen zwei Autos hindurch quetschen müssen.

Plötzlich wird das Gehwegparken in Rahm geahndet - zum Entsetzen der Anwohner

Kleine Autos können die Straße Bannenberg passieren, größere Autos haben Schwierigkeiten und die Müllabfuhr sowie Rettungs- und Feuerwehrwagen kommen gar nicht mehr durch. © Carolin West

Auf der Dellwiger Straße in Lütgendortmund stellt der Busverkehr derzeit das akuteste Problem dar - zuletzt blieb sogar ein Bus stecken. Zumindest das gibt es in Rahm nicht, denn die Straße Bannenberg wird nicht von Bussen angefahren. Dennoch: „Müllabfuhr, Rettungswagen, Feuerwehr - niemand kommt hier mehr durch - wie an der Dellwiger Straße“, befürchtet Gustav Ringk. Und tatsächlich: Während schmale Autos sich noch fast mühelos durch die Straße schlängeln, haben größere schon Probleme. Richtig große Fahrzeuge haben keine Chance.

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Am Wochenende ist die Lage am schlimmsten

Abends und am Wochenende, wenn die meisten Anwohner zuhause seien, sei es am schlimmsten, so Gustav Ringk. Insbesondere in den Kurven hält er die Parksituation dann für gefährlich. „Es sind natürlich wesentlich mehr Autos als früher hier“, erklärt er die voll geparkte Straße. „Und in der Einfahrt parken können auch nicht alle.“

Warum das Ordnungsamt plötzlich auf die Straße Bannenberg aufmerksam geworden ist, weiß Gustav Ringk nicht. Nur, dass die ursprüngliche Situation wieder hergestellt werden soll. „Hier müssen doch auch große Fahrzeuge durchkommen“, sagt er. „Wenn hier entsprechende Schilder angebracht würden, könnten ja alle wie vorher parken.“

Zufallsbefunde können viele Straßen in Dortmund treffen

Ob Schilder angebracht werden, die das Parken mit zwei Reifen auf dem Bürgersteig offiziell erlauben, wird die Straßenverkehrsbehörde im Tiefbauamt der Stadt Dortmund nun prüfen, wie Stadt-Pressesprecher Christian Schön auf Anfrage mitteilt. Eine andere Möglichkeit sei, dass nicht mehr auf beiden Straßenseiten, dafür aber vollständig auf der Straße geparkt werden darf.

Plötzlich wird das Gehwegparken in Rahm geahndet - zum Entsetzen der Anwohner

Der Anhänger (l.) hat ein Knöllchen bekommen, weil er mit einem Reifen auf dem Bürgersteig stand. © Carolin West

„An allen Straßen ohne entsprechende Schilder ist das Parken mit zwei Reifen auf dem Gehweg verboten“, sagt Christian Schön - wie immer in solchen Fällen. Dass das Ordnungsamt derzeit gehäuft Handzettel und bei Nichteinhaltung auch Knöllchen verteilt, sei einer verstärkten Überprüfung der Straßen in den Vororten geschuldet. „Es sind also oft Zufallsbefunde.“

Im Fall der Straße Bannenberg seien es jedoch ähnlich wie bei der Dellwiger Straße Anwohnerbeschwerden gewesen, die zur Überprüfung durch das Ordnungsamt geführt haben. Ob Gustav Ringks Wunsch wahr wird, wird jetzt die erneute Prüfung zeigen.

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