In den Bussen und Bahnen in Dortmund gilt die Maskenpflicht. © DSW21
Coronavirus

Plötzliche Lockerung der Maskenpflicht: DSW21 ist sauer aufs Land

Die Lockerung der Maskenpflicht im ÖPNV hat bei DSW21 zu Disputen zwischen Fahrgästen und Personal geführt. DSW21 sieht die Schuld bei der NRW-Landesregierung - und ist richtig verärgert.

DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung ist sauer auf die NRW-Landesregierung. Er spricht von „einer Nacht-und-Nebel-Aktion“, die DSW21 und andere Verkehrsunternehmen „überrascht und irritiert“ habe. Stein des Anstoßes ist die Entscheidung im NRW-Verkehrsministerium, die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Bussen und Bahnen kurzfristig abzuschaffen. Seit Samstag (12.6.) reicht es, wenn Fahrgäste wieder OP-Masken (medizinische Masken) tragen.

Problem dabei: Die Entscheidung war offenbar am Freitagabend (11.6.) gefallen. Die Nachricht kam bei DSW21 und anderen Verkehrsbetrieben aber erst am Samstag an – mitgeteilt vom NRW-Verkehrsministerium um 10.09 Uhr per Twitter. Zu einem Zeitpunkt, da Busse und Bahnen längst wieder auf Achse waren. Da war ein Teil der Fahrgäste über die Neuerung bereits im Bilde.

Peinliche Situation in Bus und Bahn

Ausgerechnet Fahrer, Sicherheitspersonal und Ausweiskontrolleure von DSW21 aber nicht. Das hat mitunter zu Ärger und peinlichen Situationen geführt. „Es gab stellenweise Diskussionen mit Kunden, die erstaunt waren, dass unser Personal die Änderungen noch nicht kannte“, bestätigt DSW-Sprecher Frank Fligge.

Dadurch seien die Mitarbeiter in Fahrzeugen und an Haltestellen „in schwierige Situationen gebracht worden“, schimpft Verkehrsvorstand Jung. Schon die Verschärfung der Maskenpflicht im April sei quasi „über Nacht“ umgesetzt worden. „Diesmal sind wir im Vorfeld gar nicht informiert worden“, kritisiert Jung die NRW-Landesregierung.

“Es gab keinen Grund für eine überstürzte Entscheidung”

„Wir hatten nicht einmal die Chance, unser Fahr- und Servicepersonal zu informieren“, sagt Jung, der auch Vize-Präsident im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ist.

Selbst der VDV war offenbar kalt erwischt worden: Er versuchte noch am Samstag, seine angeschlossenen Unternehmen eilig per Rundschreiben zu informieren. „Ganz gleich, ob Personal oder Kunden: Die Menschen müssen ja eine Chance haben, sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen“, so Jung.

Was ihn zusätzlich wurmt: „Es gab für die Landesregierung keinen erkennbaren Grund für eine überstürzte Entscheidung.“ Die Fahrgäste hätten sich nämlich sehr diszipliniert an die Maskenpflicht gehalten. Jung: „Also hätte man die Maßnahme auch problemlos mit Vorlauf umsetzen können“.

So konnte DSW21 das Fahrpersonal, die Ausweisprüfer und die Sicherheitsleute in den Stadtbahnstationen am Samstag nur nach und nach übers Fahrerinformations-System aufklären. Das habe bis „in den frühen Nachmittag gedauert“, sagt Sprecher Fligge. Zu tun gibt’s trotzdem noch was: Das Fahrgastinformationssystem muss umgestellt, Aushänge und Durchsagen aktualisieren werden. Das, so heißt es bei DSW21, werde kurzfristig nachgeholt.

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Freier Mitarbeiter
Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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